GUT DING BRAUCHT WEILE

Im Zeichen der Schnecke

 

Was in den 1980er-Jahren als Gegenbewegung zum globalisierten, uniformen Fast Food startete, dringt langsam, aber sicher breiter ins Bewusstsein qualitäts-bewusster Konsumenten. Was wir essen, wie, wo und wann es hergestellt wurde und wie sehr wir es genießen, macht den entscheidenden Unterschied aus.


Die Bewegung „Slow Food“ wurde 1986 in Italien gegründet und war als Gegen-bewegung zum weltweiten Fast Food-Einheitsbrei gedacht. Regionale, qualitativ hochwertige Lebensmittel, die genussvoll und im Wissen um ihre Herkunft konsu¬miert werden, stehen dabei im Mittelpunkt. Carlo Petrini, Gründer der Slow Food Initiative und Vordenker einer „Slow-Food-Philosophie“, plädiert für gute, saubere und faire Kost – alles andere sei nicht erstrebenswert. Die Schlagworte Genuss, Qualität, Regionalität, Zeit, Sinnlichkeit, Ästhetik und Ökologie begegnen Slow Food-Interessenten immer wieder – Geschmack darf jederzeit diskutiert werden.
Längst hat sich die Bewegung weltweit ausgebreitet. In Österreich lassen sich klein-gende Namen wie Barbara van Melle, Robert Paget, Stefan Gruber, Erich Stekovics oder die Produkte der Arche Noah in Schiltern Slow Food zuordnen. So bekannt wie sie für hochwertige, genussvolle Kost sind, so ernst nehmen sie ihr Anliegen, dem Fast-Food-Trend etwas dagegenzuhalten.

Beispiele, die Gusto machen. Sie und mittlerweile viele andere Vertreter, auch sehr junge, wollen die traditionelle Esskultur bewahren, althergebrachte Zubereitungs¬arten wiederbeleben, alte Sorten pflegen, die Umwelt schützen, den traditionellen Lebensmittelhandel im Gegensatz zu Großkonzernen unterstützen oder auch nach alten Rezepten kochen. In der Slow-Food-Bewegung begegnen wir daher viel Tradition: alten Paradeisersorten im Burgenland, sizilianischen Pistazienbauern, Mexikanern, die alte Vanillepflanzen wieder kultivieren, Bauern, die Amaranth in die Regale bringen, Österreichern, die besondere Käsesorten in Handarbeit herstellen, oder vielleicht Piemontesern, die einen geschmackvollen Balsamicoessig produ¬zieren. Einmal im Jahr stellen die Slow-Food-Vertreter in Turin im Rahmen des „Salone del Gusto“ ihre Produkte vor – ein Fest für wahrlich alle Sinne.

Dieser Artikel erschien
September 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: