SERIE: WASSER

Tropfen für Tropfen

Weltweit werden rund 20 Prozent der Agrarfläche künstlich bewässert. Klimawandel und steigende Bevölkerungszahlen treiben den Bedarf in die Höhe, gleichzeitig wird die Ressource Wasser knapper. Effiziente Technologien sind mit ein Weg, diesen Spagat zu schaffen.


Bis vor 50 Jahren war der an der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan gelegene Aralsee mit einer Fläche von rund 67.000 Quadratkilometern das viertgrößte Binnengewässer Europas. Und nun? Aktuell sind nur noch etwa 14.000 Quadratkilometer der Seefläche mit Wasser bedeckt. Der Rest ist ausgetrocknet,  der See wurde zur Salzwüste. Dass es so gekommen ist, ist dem sowjetischen Dikta-tor Josef Stalin zu verdanken. Sein Plan: Die mittelasiatischen Sowjetrepubliken sollten zu riesigen Baumwollanbaugebieten werden. Weil aber die Gegend dafür zu trocken war, ließen die Sowjets über Tausende von Kilometern Bewässerungskanäle ausheben, um das Wasser der Flüsse in Kanälen auf die Baumwollfelder umzuleiten. Denn Baumwolle sowie Reis oder Zuckerrohr benötigen im Anbau besonders viel Wasser. Beispielsweise sind nach Angaben des WWF bis zu 11.000 Liter Wasser nötig, um ein Kilogramm Baumwolle anzubauen.

Bewässerung hilft nicht immer. Die gängige Praxis, landwirtschaftliche Flächen mittels Kanälen zu bewässern, ist nicht neu. Erfunden wurde sie vor mehreren tausend Jahren von den Sumerern, die mit dem Wasser von Euphrat und Tigris so ihre Felder bewässerten. Leider ist das eine Methode, die nicht zu den effektivsten gehört: Gleichgültig, ob die Felder zur Gänze damit geflutet werden oder das Wasser in offene Furchen geleitet wird – die Pflanzen nehmen nur einen Bruchteil der Flüssigkeit auf, der Großteil davon verdunstet oder versickert in den undichten Kanälen. Darin enthaltene Verunreini-gungen bleiben auf den Feldern zurück, der Boden versalzt und wird somit allmählich unfruchtbar oder er wird weggeschwemmt.

Dieser Artikel erschien
Oktober 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: