BIOHOF IM MÜHLVIERTEL

Von Generation zu Generation

Eine Landwirtschaft ist kein Kurzzeit-Abenteuer. Den ganzen Kleinauerhof samt einer Jausenstation schupfen, in vier Generationen zusammenleben? Carmen Hafner hat sich für uns angesehen, wie souverän sich die Maringers ihrer nachhaltigen Lebensaufgabe annehmen.


Die Entscheidung fürs Leben trafen Anneliese und Johannes Maringer bereits sehr früh. Noch während ihrer Studien an der BOKU in Wien beschlossen die beiden jungen Mühlviertler, die Biolandwirtschaft von Johannes Eltern sowie eine nahe-gelegene Gastwirtschaft, die Jausenstation am Hansberg, zu übernehmen. Gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn Josef, den Senior-Bauern Rosemarie und Heinrich sowie dessen Mutter Rosina und Tante Nandl, leben und werken sie nun am Kleinauerhof im oberösterreichischen Zentralraum.

Ihr stammt beide aus landwirtschaftlich verwurzelten Familien. Habt ihr davon geträumt, selbst später einen Betrieb zu führen?
Anneliese: Ja, in meiner Kindheit war Bäuerin mein Traum­beruf. Viele Frauen in meinem Umfeld, die diesen Beruf ausübten, waren sehr zufrieden und glücklich. Das gefiel mir.
Johannes: Für mich war eigentlich immer klar, dass ich den Hof übernehmen werde. Ich war – und bin – in unserer Familie sicher der landwirtschaftlich Interessierteste und Motivierteste; in  meiner Jugend sogar motivierter als meine Eltern. In dieser Zeit ha­ben meine Eltern in den Betrieb investiert, um ihn in eine Richtung zu bringen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Dabei hatte ich niemals eine romantische Vorstellung vom Leben als Bauer. Aber ich bin mir der Vorteile sehr bewusst und versuche, durch vorrausschauendes Management die Nachteile gering zu halten.

Trugen eure Eltern maßgeblich zu dieser Entscheidung bei?
Anneliese: Eigentlich nicht. Ich hatte schon immer einen sehr starken eigenen Willen und weiß diesen auch durchzusetzen. Meine Eltern haben aber meine Entscheidung, wieder zurück ins Mühlviertel zu kommen und mit Johannes gemeinsam den Hof seiner Eltern zu bewirtschaften, auf alle Fälle begrüßt.

Dieser Artikel erschien
November 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: