Gluten – das neue Feindbild?

Migräne, Blähungen, Durchfall, Verstopfung – schnell ist man mit der Diagnose „Glutenunverträglichkeit“ zur Hand. Zu Recht? Gluten ist eine Mischung aus verschiedenen Proteinen, die sich nicht nur im Weizen, sondern auch in vielen anderen Getreidearten befinden, z.B. im Dinkel, Roggen, Hafer und in der Gerste. Ebenfalls glutenhaltig sind etliche Urgetreidearten wie Einkorn, Kamut und Emmer.

Eine Glutenunverträglichkeit kann sich in vielen Symptomen äußern. Meist sind es Verdauungsbeschwerden, oft Kopfschmerzen, häufig Konzentrationsstörungen und nicht selten auch Übergewicht, das sich einfach nicht abbauen lässt. Meist jedoch werden "Glutenunverträglichkeit" und "Glutenintoleranz" als Oberbegriffe für sämtliche Unverträglichkeitsreaktionen verwendet, die im Zusammenhang mit Gluten auf-treten können. Hierzu zählen dann sowohl die Zöliakie als auch die Glutensensitivität.

Während die Diagnose der Zöliakie – einer Autoimmunerkrankung – relativ sicher anhand einer Biopsie und bestimmter Blutmarker gestellt werden kann, verhält es sich bei der Glutensensitivität aufgrund oben erwähnter Schwierigkeiten in Bezug auf den Glutenintoleranz-Test nicht ganz so einfach. Die vielfältige Symptomatik der Glutensensitivität erleichtert die Diagnose auch nicht gerade. Während nämlich die Zöliakie-Symptome recht eindeutig sind (Durchfall, Bauchschmerzen, Gewichtsver-lust, Nährstoffmangel), können bei einer Glutensensitivität auch solche Symptome auftreten, die man auf den ersten Blick nicht mit einer Nahrungsmittelunverträglich-keit in Verbindung bringen würde.

Zu den Symptomen der Glutensensitivität können zwar auch Verdauungsstörungen gehören, doch genauso Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen, ein Gefühl des Benebeltseins, Konzentrationsstörungen, ADHS, ADS, Autismus-Symptome, Stimmungsschwankungen, Schwindel oder ein Übergewicht, das sich trotz aller Bemühungen einfach nicht mehr abbauen lässt. Sechs häufige Symptome gehen mit Glutensensitivität einher. Manchmal halten sich die Symptome nur wenige Stunden. In manch anderen Fällen, bleiben die Symptome über viele Wochen hinweg bestehen und sind damit gar schon chronisch geworden.

Dieser Artikel erschien
März 2017.