SERIE: WASSER

Zwischen Umweltlust und Umweltlast

Wasser spendet nicht nur als Getränk Energie, sondern liefert diese in Form von Strom auch in unsere Haushalte. Am weiteren Ausbau der Wasserkraft scheiden sich jedoch die Geister.

Wasser ist nicht nur unser wichtigstes Lebensmittel, sondern auch als saubere Energiequelle unverzichtbar. „Wasserkraft ist die wichtigste Form der Stromerzeugung“, sagt Florian Maringer, Geschäftsführer des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). An die 60 % der Stromversorgung werden durch die in Pump-, Speicher- und Kleinwasserkraft-werken erzeugte Wasserkraft gedeckt.

Ist das Limit bereits erreicht?

Laut Österreichs Energie, der Interessenvertretung der heimischen Energiewirtschaft, weist der Energiemix in Österreich 62 % Wasserkraft auf, während im europäischen Schnitt nur 12 % aus dieser Quelle bezogen werden und weltweit nur 16 %. Damit ist auch im Verbrauch die Bedeutung von Wasserkraft reflektiert und führt zu einer allgemein geringeren Belastung des Klimas durch Stromproduktion im Vergleich zu Ländern, die noch verstärkt Energie aus Kohle und anderen fossilen Quellen beziehen. Weltweit werden aktuell 3.120 Terawattstunden (TWh) pro Jahr an elektrischer Energie mittels Wasserkraft erzeugt, in Österreich sind es etwa 37 TWh. Rund sechs Twh davon stammen nicht aus Großkraftwerken, sondern aus rund 3.500 Kleinwasserkraftwerken, an die sechs Millionen Tonnen CO2 werden dadurch pro Jahr eingespart.
Nach wie vor deckt Wasserkraft jedoch nur rund ein Zehntel der heimischen Energieversorgung (Brutto-Endenergieverbrauch für Strom, Wärme und Mobilität) ab. Viel Potenzial, um den immer noch steigenden Energieverbrauch noch stärker aus Wasserkraft decken zu können, ist allerdings nicht mehr da. Aktuell liefern landesweit bereits mehr als 5.000 Wasserkraftwerke Strom, damit sind nach Angaben des Umweltdachverbands (UVD) über 70 % des technisch-wirtschaftlichen Wasserkraft-Potenzials an Österreichs Fließgewässern bereits ausgebaut. Dazu kommt, dass vor allem Großwasserkraftwerke, so Maringer, wirtschaftlich nicht mehr darstellbar seien. „Der Strompreis ist durch das Überangebot an fossilem Strom sehr gering. Der Bau eines Großkraftwerks zahlt sich kaum aus“, sagt Maringer.

Dieser Artikel erschien
Juli 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: