ENERGIEAUTARKIE

Willkommen in der Unabhängigkeit!

Immer mehr Menschen denken darüber nach, ihrem Stromlieferanten den Rücken zu kehren. Denn Strom kann man durchaus selbst erzeugen.

Franz Spreitz und Lukas Pawek zeigen zum Beispiel, wie es geht. Beide haben sich ihren Traum vom energieautarken Haus erfüllt und produzieren ihren Strom selbst. Seit 20 Jahren lebt Spreitz in seinem Haus im Waldviertel, Pawek hingegen nennt seit vier Jahren ein Wochenendhaus im Weinviertel sein Eigen. Solarmodule auf dem Dach sorgen für den Strom, im Winter unterstützt ein Biomasse-Ofen die solare Stromerzeugung und sorgt für wohlige Wärme. „Die Investitionen haben sich vom ersten Tag an gerechnet“, ist Pawek überzeugt. So wie die beiden denken immer mehr Menschen daran, sich von ihrem Stromanbieter unabhängig zu machen. Während für manche die hohe Stromrechnung das schlagende Argument ist, ist es für andere der Öko-Gedanke. Möglichkeiten, zum Selbstversorger in puncto Energie zu werden, gibt es einige.

Die Kraft der Sonne nutzen

„Photovoltaikanlagen sind für Private die sinnvollste Form, Ökostrom zu erzeugen und CO2 zu reduzieren“, erklärt Mag. (FH) Norbert Haller vom Energiepark Bruck/Leitha. Je nach Anlage kann ein Haushalt nach Angaben der E-Control allerdings nur etwa 30 bis 40 Prozent seines selbst erzeugten Stroms direkt verbrauchen – der Rest wird als Über­schuss in das öffentliche Netz eingespeist. Das Problem dabei: „Muss ich den Strom verkaufen, weil ich ihn nicht verbrauchen kann, erhalte ich 3,4 Cent pro Kilowattstunde dafür. Muss ich ihn aber kaufen, zahle ich 20 Cent“, so Dr. Herbert Greisberger, Geschäfts­führer der Energieagentur Niederösterreich.
In diesem Fall fallen nämlich zusätzlich zum reinen Strompreis noch Netzgebühren, Steuern und Abgaben an. Diese machen rund zwei Drittel der Stromrechnung aus. Einen Ausweg stellen Stromspeicher dar, die für Haushalte gängigsten sind Lithium-Ionen-Speicher bzw. Bleispeicher. Damit kann der überschüssige Strom gespeichert werden, wodurch der Eigenverbrauch aus der PV-Anlage erhöht werden kann – im Idealfall auf 70 Prozent und mehr. Zum Teil wird die Installation von Speichern, in Kombination mit einer PV-Anlage, auch gefördert.

Dieser Artikel erschien
Juli 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: