„Gut, aber noch nicht gut genug!“

Europa ist auf dem Weg zur „Recycling-Gesellschaft“, dabei spielt Österreich eine wichtige – in manchen Bereichen sogar eine führende – Rolle. Trotzdem werden die technologischen Möglichkeiten auch hierzulande noch lange nicht ausgereizt.

In Österreich fallen jährlich 53 Millionen Tonnen Abfall an. Über 90 Prozent davon sind gewerblicher Abfall, nur knapp acht Prozent stammen aus privaten Haushalten. Die Verwertung und die Beseitigung von Abfällen erfolgt in Österreich in rund 2.200 Anlagen, überwiegend Kompostier-, Sortier- und Aufbereitungsanlagen. Die Abfallwirtschaftsbranche stellt mit einem Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Euro und 31.000 Beschäftigten einen durchaus bedeutenden Faktor der heimischen Wirtschaft dar. Die Branche ist durch Klein- und Mittelbetriebe geprägt, dazu kommen einige große Entsorgungsunternehmen.
Die heimische Recycling- und Stoffstromwirtschaft als anteilsmäßig noch kleiner, aber zunehmend an Bedeutung gewinnender Bereich der Abfallwirtschaft kann auf über 30 Jahre Erfahrung und Entwicklung zurückgreifen. Zudem gilt sie als sehr innovationsfreudiger Technologie- und Dienstleistungssektor. Viele Abfalltechnologieunternehmen zählen heute zu den innovativsten Betrieben in Österreich. Das wird nicht zuletzt durch die Anzahl der erteilten Patente belegt, die im Vergleich zu anderen Umwelttechnologiesektoren deutlich überdurchschnittlich ist.
Aber auch im internationalen Vergleich schneidet Österreich vergleichsweise sehr gut ab und hat sich in einzelnen Segmenten sogar eine technologische Vorreiterrolle erarbeitet. Das bestätigt eine EU-weite Studie, die im Herbst 2012 publiziert wurde und die Leistungen der Mitgliedsländer im Bereich der Abfall- und Recyclingwirtschaft anhand von 40 Kriterien vergleicht. Gemeinsam mit den Niederlanden ging Österreich dabei als europäischer Gesamtsieger hervor. DI Dr. Roland Pomberger, Professor für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft an der Montanuniversität Leoben, spricht daher von „einer guten Ausgangslage“, gleichzeitig aber auch von einem „langen Weg, der noch vor uns liegt, wenn man Abfall als einen wertvollen Rohstoff erkennen und nützen will.“

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Dieser Artikel erschien
April 2013.