NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Immer ein Kraut gewachsen

Wintergemüse wie Kohl und Kraut feiern derzeit in vielen Varianten eine Renaissance. Vor Jahren noch als Kost für Sparsame verschmäht, die nur zu Deftigem passt und geruchstechnisch gewöhnungsbedürftig ist, gelten die Sorten derzeit als Hipster Food.


Kale ist der englische Begriff für Grünkohl und seit einigen Jahren genießt er in den USA einen sagenhaften Boom als Superfood. Kein Wunder, ist Kale doch ein hervorragendes Mittel gegen allerlei Zivilisationserscheinungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhte Cholesterinwerte, Zellalterung und Entzündungen. Kale oder Grünkohl enthält jede Menge Zink, Magnesium, Vitamin C und K sowie Antioxidantien. Er wird Smoothies beigefügt, als Salat verzehrt und überall dort beigemischt, wo Gemüse die Hauptrolle spielt. Der Geruch von roh  verarbeitetem Kale gilt allerdings als gewöhnungsbedürftig – „wie frisch geschnittenes Gras“ ist da eher noch die freundlichere Umschreibung. Manche Wissenschaftler plädieren aber ohnehin eher dafür, Grünkohl nicht roh zu genießen und auch nicht in Wasser zu kochen, weil er so alle wertvollen Inhaltsstoffe verlieren könnte.

Ebenfalls populär ist derzeit jede Form von fermentiertem Kraut oder Kohl. Das ist jedoch streng genommen ein ganz alter Hut, denn auch Sauerkraut ist nichts anderes als fermentiertes Kraut. Selbst Städter finden es heute spannend und hip, Sauerkraut selbst herzustellen. Hält man sich an einige Regeln für die Produktion, ist das auch gar keine große Sache. Als äußerst trendy gilt derzeit alles asiatisch milchsauer Vergorenes wie etwa Kimchi. Kimchi ist jede Art von milchsauer vergorenem Gemü¬se in der koreanischen Küche, unter anderem und mit Vorliebe Chinakohl. Auch kleine weiße Rüben werden als Kimchi hergestellt – und ja, auch sie sind eine Kohlabart. Kimchi war ursprünglich eine  ideale Methode, um Gemüse für die Zeit, wenn kein frisches erhältlich ist, haltbar zu machen. Es enthält viel Vitamin A  und C, Vitamine des B-Komplexes, Eisen, Ballaststoffe, Proteine und verschiedenste Aminosäuren. Milchsäure und Essigsäure wirken zudem keimtötend.

Dieser Artikel erschien
Dezember 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: