Was isst die Jugend?

Das Klischee vom Studenten, der sich von Junk Food ernährt, von Teenies, die sich mittags nur Pizza und Muffins reinziehen und auf Gemüse pfeifen, hält sich hartnäckig. Ist es um das Ernährungsbewusstsein der Generation Facebook tatsächlich derart übel bestellt?

Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer von der AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH in Wien gilt als Koryphäe bei der Erforschung der Ernährungs-gewohnheiten der Österreicher. Entsprechend wenig fremd sind ihr gängige Vorurteile zum mangelhaften Gesundheitsbewusstsein junger Menschen. Doch stimmt das eigentlich so kategorisch, wie es gerne postuliert wird?
Jein. „Jüngere Personen essen häufiger Fast Food als ältere Personen“, bestätigt Kiefer, aber: „Allerdings konsumiert nur ein geringer Anteil der österreichischen Schüler täglich Junk Food.“ Die Wissenschaftlerin erklärt: „In einer groß angelegten Studie aus dem Jahr 2014 – der „Health Behaviour in School-aged Children Study“ –, bei der knapp 6.000 österreichische Schüler im Alter von elf bis 17 Jahren teilnahmen, gaben etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) an, nie bzw. seltener als einmal in der Woche Junk Food (Pizza, Döner, Burger etc.) zu essen. 24 % berichteten von einem einmal wöchentlichen Junk Food-Konsum und weitere 19,5 % gaben an, mehrmals in der Woche Speisen wie Pizza und Co zu essen.“ Nur 4,3 % der österreichischen Schüler essen demnach (mehrmals) täglich Junk Food. Der Konsum von Junk Food steige bis zu einem Alter von 15 Jahren konstant an und sei bei Buben häufiger als bei Mädchen, ergänzt Kiefer.
Eine ganz aktuelle Umfrage, der Jugend-Trend-Monitor 2016, eine vom Marketagent.com und DocLX durchgeführte Online-Umfrage, bei der 1.763 web-aktive Jugendliche aus Öster-reich zwischen 14 und 29 Jahren teilnahmen, zeigte sogar, dass Jugendliche und junge Erwachsene frisch gekochte und frisch zubereitete Speisen bevorzugen und oft selbst kochen, aber ihre Mahlzeiten um Fast Food und Fertiggerichte ergänzen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.