Nachhaltige Logistikkonzepte, die sich rechnen

Verursacht der Rückgang des stationären und die Zunahme des Online-Handels ein Mehr an Umweltschäden durch den massiv wachsenden Gütertransport? Oder finden heimische Logistikunternehmen Strategien, um ihre Prozesse im Gegenzug klimafreundlicher und ressourcenschonender zu gestalten?

Der Transport verursacht etwa ein Viertel der österreichweiten Treibhausgasemissionen, wobei die jährliche Zunahme stärker ausfällt als in anderen Sektoren. Auf den Gütertransport, also den Logistiksektor, fällt dabei ein maßgeblicher Anteil zu. „Bis ins Jahr 2050 sollten wir in Österreich aber höchstens ein Zehntel der derzeitigen Emissionen verursachen. Weil der Logistikbereich im täglichen Leben so sichtbar ist, kommt ihm über die reinen Emissionsminderungsmaßnahmen hinaus auch eine wichtige Rolle als Vorbild und Meinungsbildner in der Wirtschaft und Gesellschaft zu“, so schreibt Österreichs renommierteste Klimaforscherin Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Vorzeigeunternehmens in Sachen Nachhaltigkeit, Schachinger Logistik.
Immer wieder setzt der oberösterreichische Familienbetrieb Ausrufezeichen im Be-mühen um Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Über interne Prozessoptimierungen und innovative Konzepte wird ebenso wie durch das Engagement in nationalen wie internationalen Netzwerken versucht, einen „aktiven Beitrag zum größeren Ganzen“ zu leisten, wie es Max Schachinger, seit 2014 Mehrheitseigentümer und Vorstand, ausdrückt. Dieser Anspruch motivierte Schachinger etwa, sich der von Christian Felber ins Leben gerufenen Gemeinwohlökonomie-Bewegung anzuschließen. Seit dem Jahr 2013 erstellt das Unternehmen mit weit über 500 Mitarbeitern und 14 internationalen Standorten demnach eine Gemeinwohlökonomiebilanz. Gemeinsam mit Gleichgesinnten initiierte Schachinger 2014 das Council für nachhaltige Logistik (CNL) (councilnachhaltigelogistik.at) am Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit (gWN) der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU).

Neue Generation von E-Nutzfahrzeugen

In dieser europaweit einzigartigen Initiative haben sich inzwischen fünfzehn der größten heimischen Firmen aus dem Bereich Handel, Logistikdienstleister und Produktion mit der Wissenschaft zusammengefunden, um gemeinsam innovative Schritte in den Themenbereichen E-Mobilität, nachhaltige Stadt- und Lagerlogistik zu setzen. Geleitet wird das Council von DI Werner Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am BOKU-Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit. Aufgrund der breiten Palette an relevanten Aufgabenstellungen bei gleichzeitig beschränkten Ressourcen musste das seit 2014 installierte Council in einem ersten Arbeitsschritt eine thematische Priorisierung vornehmen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.