Wenn der Schnee mal Pause macht

Jahr für Jahr bangen heimische Skigebiete, ob ausreichend Schnee die Wintersaison wirtschaftlich erfolgreich machen wird. Echte Schneesicherheit gibt es nur mehr in wenigen Orten, daher sind Alternativen gefragt, um die Gäste dennoch zufriedenstellen.

Wintersport ist entgegen viele Unkenrufe nach wie vor im Trend. Auch wenn Skifahren oder Snowboarden samt erforderlicher Ausrüstung, Nächtigung und Verpflegung mittlerweile nicht mehr für jede Mittelstandsfamilie erschwinglich ist, entwickeln sich die heimischen Nächtigungszahlen dennoch erfreulich. „Skifahren hat Zukunft und gilt als Motor für den Sommertourismus“, haben erst kürzlich OÖ Wirtschaftslandesrat Dr. Michael Strugl, Lech-Zürs Tourismus-Direktor Hermann Fercher, Atomic Austria GmbH CEO Wolfgang Mayrhofer und der Sportartikelhändler Hubert Huber einhellig propagiert. Immerhin ist Atomic Weltmarktführer im Bereich der Alpin-Skier und rechnet weiterhin mit Wachstum.
„Österreich hat beim Thema Skifahren eine Vorreiterrolle. Laut Umfrage ist das Skiing für 76 % der Gäste der Grund, in Österreich einen Winterurlaub zu verbringen“, sagt Mayrhofer. Zunehmend ist der Trend spürbar, dass sich Urlauber ihre Ausrüstung vor Ort leihen – eine neue Chance für den Sportartikelhandel und gleichzeitig ein besonderes Service für die Wintergäste. Der Kostenfaktor allein ist es aber nicht, der so manche Urlauber zum Umdenken zwingt und Beherbergungsbetrieben leere Betten – und damit Kassen – beschert: Die Krise in den letzten Jahren war immer öfter auch durch das Wetter bestimmt.
Der Klimawandel zeigt sich mittlerweile deutlich in den Bergen: Im Winter wird der Schnee weniger oder bleibt oft ganz aus. Seit dem Jahr 1901 sind die Jahresdurch-schnittstemperaturen in den Alpen um etwa 1,5 Grad gestiegen, die Niederschläge nehmen zu, aber meist als Regen. Im Bericht des Weltklimarates ist zu lesen, dass alle zehn Jahre die Schneesaison um mehr als fünf Tage kürzer wird. Studien in den Schweizer Alpen zeigen eine  Abnahme der Schneefälle seit den 1980er-Jahren, insbesondere unter 1.300 Metern Höhe. Die Null-Grad-Grenze im Winter ist dagegen von 1960 bis 1990 um 300 Meter gestiegen – auf 900 Meter Höhe.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.