Trocknen & Dörren

Längst sind ein paar verschrumpelte Rosinen oder Datteln nicht mehr alles, was an Trockenobst im heimischen Lebensmittelhandel zu finden ist. Obwohl Herbst und Winter traditionell die Zeit für getrocknete Früchte sind,  finden sich mittlerweile ganzjährig mehr oder weniger exotische Obst- und Gemüsesorten im Trockenfruchtregal.

Konservieren durch Trocknen ist eine traditionelle Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Bei  vielen Bauernhäusern im alpinen Raum finden sich bis heute so genannte „Dörrhütten“ mit einem Feuerraum, die wegen der Brandgefahr immer ein wenig abseits des Haupthauses errichtet wurden. Über dem offenen Feuer, das mit Holz beheizt wurde, befand sich ein Trockenraum, wo auf Rutengeflechten vorwiegend Äpfel, Birnen oder Zwetschken getrocknet wurden, die dann im Winter als Vitaminspender dienten.
Heute trifft eine schier unendliche Sortenvielfalt auf die außergewöhnlichsten Ver-arbeitungsmethoden. Ob Babyananas oder Pomelo, Karotten oder Tomaten sowie mit oder ohne Schokoüberzug – das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Sortiment, das zum Beispiel die Gmundner Manufaktur GM Pesendorfer bereithält. Auch beim Trockenfruchtexperten Landgarten wird kreativ experimentiert. So sind es drei feine Bio-Sorten aus dem Fairtrade-Programm, die für die zarte Schokoladenhülle von Knabberkernen und Naschfrüchten verantwortlich sind. Vollmilch mit 37 % und Zartbitter mit 62 % Kakaoanteil sowie weiße Schokolade, die gerade in Kombination mit roten Beerenfrüchten für Gaumenschmaus und Augenweide gleichermaßen sorgt. Geschmackvoll, gesund, praktisch und vielfältig ist also die neue Generation der Trockenfrüchte, die mit dem „verstaubten Rosinenimage“ nicht mehr viel gemein hat. Lediglich die Basis ist dieselbe: getrocknete Früchte mit einem Restfeuchtegehalt von rund zwanzig Prozent.
Trockenfrüchte eignen sich als Beigabe in Müslis, als Knabberei zwischendurch oder – besonders beliebt in der Weihnachtszeit – als Backzutat, etwa bei Früchtebrot. Oft wird ihnen nicht ganz zu Unrecht nachgesagt, dass sie wahre Kalorienbomben sind.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.