Qualität hat Vorrang

Was haben die Wachauer Marille, der Gailtaler Speck und das Steirische Kürbis-kernöl gemeinsam? Sie gehören zu einer von 15 geschützten österreichischen Bezeichnungen für Produkte mit besonderen Eigenschaften, allen voran ihre Herkunft.

Umfragen deuten immer wieder darauf hin, dass ein guter Teil der Verbraucher durchaus bereit ist, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen, wenn Produkte im Zusammenhang mit „bio“ oder „regional“ stehen. Nicht mehr der Preis allein macht also die Kaufentscheidung aus, sondern ein „Siegel“, das für Qualität steht. Doch die Vielzahl der „Pickerl“ macht es mittlerweile schon schwierig, einen Überblick zu behalten, was hinter den Angaben überhaupt steckt.

Fest steht, dass der gute Ruf eines Produktes oft das Ergebnis von harter Arbeit und hohen Investitionen ist. Je besser dieser Ruf ist und damit das Vertrauen der Konsumenten in die garantierte Herkunft, Qualität oder das einmalige Herstellungs-verfahren, desto größer ist jedoch auch die Chance, dass Fälscher auf den Plan gerufen werden und rasch das nachmachen, was andere mühevoll erarbeitet haben. Damit das nicht passiert, hat die EU rechtliche Absicherungen vorgesehen, die einerseits die Wirtschaftskraft des Produzenten schützen, aber auch das Vertrauen der Konsumenten bestärken.

Qualitätssiegel überzeugen. Die Qualitätspolitik der EU setzt daher auf drei Güte-zeichen, die dem Konsumenten belegen sollen, dass die Qualität der angebotenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel hochwertig ist. Dazu gehören die Abkürzungen g. U. für „geschützte Ursprungsbezeichnung“, g. g. A. für „geschützte geografische Angabe“ und g. t. S. für „garantiert traditionelle Spezialität“. Die Regelungen, wann ein Produkt diese Bezeichnung tragen darf und welche Verfahren zu diesem Gütezeichen führen, sind in der Verordnung 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21.11.2012 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel festgelegt. Hier finden sich der Schutz von Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben bestimmter Agrarerzeugnisse und Lebensmittel, die aufgrund ihrer geografischen Herkunft bestimmte belegbare Eigenschaften und Qualitäten aufweisen. Die Verordnung gilt für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel, aber nicht für Wein, denn dafür gibt es wieder eigene EU-Bestimmungen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.