PALÄO - Zurück in die Steinzeit?

Zurück zur Natur, zurück zum Ursprung oder zurück zum einfachen Leben sind durchaus nachvollziehbare Trends. Aber wer will schon zurück in die Steinzeit?

Nur 2,5 Milliarden Jahre ist die Steinzeit her, die Menschen haben erste Werkzeuge verwendet und sich als Jäger und Sammler von den Schätzen der Natur ernährt. Fisch, Fleisch, Beeren und Früchte stand am Speiseplan, aber nur dort, wo auch entsprechendes gefunden oder erlegt wurde. Wenn nicht, musste man eben hungrig in die Höhle kriechen.... Heute leben Menschen von Kommunikation und Information, besorgen sich Fisch, Fleisch, Gemüse, Schokolade und Wein im Supermarkt und schlafen abends müde und mehr als satt vor dem Fernseher ein. 

Es braucht nicht viel Fantasie, um festzustellen, dass die beiden Lebensstile wohl nicht ganz vergleichbar sind. Daher stellt sich auch die Frage, warum eine Ernäh-rungsform wie „Paläo“ – abgeleitet vom Paläolithikum, der Altsteinzeit – ein derarti-ges Revival erfährt. Klar ist schon, dass den meisten von uns ein wenig mehr Bewe-gung und weniger Essen guttun würden, doch ist der Vergleich mit den Höhlenmen¬schen wohl ein wenig weit hergeholt und längst nicht mehr „artgerecht“. 

Was ist Paläo genau? Wie so oft bei neuen Trends haben sich viele Paläo-Schulen      hervorgetan, die mehr oder weniger streng an dem durchaus sinnvollen Prinzip fest¬halten, dass wir uns „auf die natürlichen Bedürfnisse besinnen sollen“, diese aber auch an den modernen Alltag anpassen müssen. Und der sieht halt manchmal so aus, dass man erst spätabends das Büro verlässt und dann – schon sehr hungrig – schnell zu einer Fertigpizza aus der Mikrowelle greift. Kein Problem, doch oft zitiert und immer noch gültig ist hier die alte Weisheit: Die Dosis macht das Gift. Hin und wieder ein Fertigmenü wird uns nicht schaden, doch hier haben die meisten von uns schon weit über das Ziel hinausgeschossen. Wenn nur mehr praktische Fertiggerichte auf dem Speiseplan stehen, dann hat das nicht mehr viel mit „natürlichen Bedürfnissen“ zu tun. 

Dieser Artikel erschien
2016-2015.