DAS DAUERT

Einwegpfand: ein langer, holpriger Weg

Ab 2025 soll ein Einwegpfand auf Plastikflaschen und Getränkedosen eingehoben werden. Die Regierung feiert das Einwegpfand als Schritt auf dem Weg zu mehr Klimaschutz. Umweltschützer kritisieren hingegen die zeitliche Verzögerung. Warum das so lange dauert und wie hoch das Pfand sein wird, haben wir nachgefragt.

Die Umweltberatung beschreibt das Problem Angebot versus Absatz bei der Mehrwegquote gut: „Die Mehrwegregelung legt fest, wie viel Prozent der Getränke vom Handel in Mehrweggebinden angeboten werden müssen. Sie schreibt aber nicht vor, wie hoch der Mehrweganteil bei den tatsächlich verkauften Getränken sein muss, obwohl gerade das entscheidend für den Umweltschutz wäre. Wenn beispielsweise Getränke in Mehrwegflaschen teurer verkauft werden als solche in Einwegflaschen und sich deshalb schlecht verkaufen, sind Mehrwegabsatz und Umweltwirkung gering, auch wenn die Prozentsätze betreffend Angebot erfüllt sind.”
Global 2000 hat als eine der ersten Institutionen aufgezeigt, warum es nicht angebracht ist, mit der Einwegpfandregelung zufrieden zu sein. Knapp 35.000 Umweltschützer haben im Laufe des letzten Jahres die „Pfand drauf“-Unterschriftenaktion von Global 2000 unterschrieben. Die Entscheidung, den Plastikmüllbergen und der Ressourcenverschwendung endlich ambitionierter entgegenzutreten, freut die NPO sehr, es gibt jedoch auch Kritik: „Leider zeigt eine erste Analyse des Gesetzes massive Einbußen bei den Mehrwegvorgaben. Die Mehrwegvorgaben sind viel zu schwach, kommen zu spät und sind gespickt mit Ausnahmeregelungen. Das lässt vermuten, dass einzelne Getränkehersteller und Supermärkte in der Endphase nochmal massiv Einfluss genommen haben.
Vorgesehen ist, die Mehrwegquote bis 2025 auf mindestens 25 Prozent und bis 2030 auf mindestens 30 Prozent zu steigern. Eine langfristige stufenweise Steigerung des Mehrwegangebots ist gut, aber die Quoten fallen nun deutlich niedriger aus als ursprünglich angekündigt. ?Die Zielquote bis 2030 liegt sogar unter der Mehrwegquote, die unser Nachbarland Deutschland heute schon aufweist (derzeit 42 Prozent Mehrweganteil).

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Dieser Artikel erschien
07_21. Vielleicht interessiert Sie auch: