ELEKTROMOBILITÄT

Schmutzige Akkus für saubere Autos?

Lithium und Kobalt sind aktuell wesentliche Bestandteile der Akkus von E-Autos. Deren Abbau steht jedoch massiv in der Kritik. Daher wird an verschiedenen Schrauben gedreht, um den spezifischen Bedarf an diesen Rohstoffen zu reduzieren.


Die E-Mobilität nimmt an Fahrt auf. Allein bis Ende August dieses Jahres sind in Österreich rund 7.000 vollelektrische E-Autos neu angemeldet worden, im Vorjahr waren es insgesamt 9.242. Österreich steht damit nicht allein da, gab es doch 2019 europaweit bei vollelektri-schen Pkw ein Plus von 80,2 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Die Verbreitung der E-Mobilität leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase und zum Erreichen der Klimawende. Doch sie hat auch ihre Schattenseiten: „Der Abbau von Lithium und Kobalt ist ein Schwachpunkt der Elektroautos“, erklärt DI Herwig Schuster, Sprecher von Greenpeace Österreich. Denn immerhin rund 6,5 kg Lithium, 18 kg Kobalt, 17 kg Mangan,   18 kg Nickel, 60 kg Kupfer und 37 kg Aluminium sind in einer typischen Lithium-Batterie für etwa 350 km elektrische Reichweite mit 60 kWh (ca. 82 PS) verbaut.

Lithium: Staubwolken belasten Umwelt.
Grund dafür sind die massiven Umweltauswirkun-gen die bei der Gewinnung dieser beiden Rohstoffe entstehen. Dies gilt besonders für die Abbaugebiete von Lithium, das als Elektrodenmaterial der wichtigste Bestandteil langlebiger Batterien ist. Die größten bekannten Vorkommen befinden sich in den Salzseen der Hochebene im Grenzgebiet von Chile (Atacama), Argentinien und Bolivien. Um das leichteste Metall im Periodensystem der Elemente zu gewinnen, wird Wasser mit einer sehr hohen Salzkonzentration, das sich tief unter der ausgetrockneten Oberfläche der Salzseen befindet, in die Höhe gepumpt und in großen Becken verdunstet.
Das in diesem Salz befindliche Lithiumkarbonat wird danach mit chemischen Methoden und unter Einsatz von Grundwasser von den anderen Mineralien getrennt und zur Weiterverar-beitung verschifft. Durch den hohen Wasserverbrauch, für die Herstellung einer Tonne Lithiumsalz werden zwei Millionen Liter Wasser benötigt, sinkt in diesen ohnehin trockenen Gebieten der Grundwasserspiegel enorm – ein großes Problem für die dort wohnende und von Viehzucht lebende indigene Bevölkerung sowie die Tier- und Pflanzenwelt. Dazu kommt die Belastung durch die verwendeten Chemikalien.

Weiter geht es in der aktuellen Print-Ausgabe.

Dieser Artikel erschien
06_20. Vielleicht interessiert Sie auch: