KLIMABELASTUNG STEIGT

Kreuzfahrten im Kreuzfeuer

Keine fünf Jahre ist es her, dass Reisebüros weltweit darüber frohlockten, Kreuzfahrten würden boomen wie nie zuvor. Heute sind die kritischen Stimmen deutlich lauter als jene,die die Branche feiern. Der Umwelt- und Klimaschutz stellt das Geschäft mit den Ozeanriesen mehr als infrage.

Auf der einen Seite stehen Umweltschützer, die davor warnen, Luxus auf Kosten unserer Erde zu genießen. Auf der anderen Seite steht eine ganze Branche, die nicht in Ungnade fallen möchte, zumal viele Existenzen daran gekoppelt sind. Sie versichert, dass mit Hochdruck an ökologischen Lösungen für die Kreuzfahrtindustrie gearbeitet wird.

Umweltsünden der Ozeanriesen

Laut Nabu, dem deutschen Naturschutzbund, stößt ein Kreuzfahrtschiff pro Tag so viel CO2 aus wie fast 84.000 Autos, so viele Stickoxide wie etwa 421.000 Autos, so viel Feinstaub wie etwas über eine Million Autos und so viel Schwefeldioxid wie gut 376 Millionen Autos. Getankt wird in den allermeisten Fällen hochgiftiges Schweröl. 150 Tonnen werden durchschnittlich pro Tag davon benötigt. Auf unseren Straßen wäre das Schweröl verboten, weil die Giftstoffe wesentlich krassere Luftwerte produzieren würden, als dies ohnehin der Fall ist.
Eine weitere, nicht zu unterschätzende Gefahr stellen Unfälle mit Kreuzfahrtschiffen dar.
Austretendes Schweröl setzt sich am Meeresboden ab und tötet alles Lebende, verölt Tiere und lässt sie elend zugrunde gehen. Außerdem verdreckt es die Küstenlinien. Nicht alle modernen Kreuzfahrtschiffe setzen auf Schweröl, doch viel zu viele der riesigen schwimmenden Städte mit miserablen Öko-Werten sind noch auf den Weltmeeren unterwegs. Mit dem Schmutz alleine ist es aber noch gar nicht getan. Laut Utopia-News verbrauchen Kreuzfahrtschiffe die Energie einer Kleinstadt. Sie bleiben zudem nicht durchgehend auf hoher See, sondern verbringen rund 40 Prozent der Zeit in Häfen. In dieser Zeit verbraucht das Schiff jede Menge Energie, denn es ist wie ein überdimensionales Hotel mit brodelndem Entertainment, Gastronomie, Klimaanlagen, Licht und vielen anderen energieintensiven Faktoren.

Dieser Artikel erschien
06_19. Vielleicht interessiert Sie auch: