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Bio ist die Zukunft

Viele sehen in der Bio-Landwirtschaft inzwischen sogar das einzige landwirtschaftliche Modell der Zukunft. Das bioMagazin dazu im Gespräch mit BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud Grabmann.

Sie wurden im Frühjahr als Bundesobfrau von BIO AUSTRIA für vier Jahre wiedergewählt. Was sind Ihre dringlichsten Aufgaben?
Diese Funktion bietet mir die Möglichkeit, einige zentrale Themen in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen, die mit der Landwirtschaft zusammen hängen: Etwa Ernährung, Ressourcenschonung, Umweltschutz, Klimaschutz, das Wohlergehen der Nutztiere, Biodiversität oder die Frage der Wertschätzung von gesunden Lebensmitteln. Das alles hängt zusammen und es ist ganz zentral, darüber zu sprechen.
Politisch gesehen ist derzeit ein großer Brocken die Gemeinsame Agrarpolitik   der EU (GAP) – und deren Umsetzung in Österreich – die darüber bestimmt, welche Form von Landwirtschaft aus Steuergeldern unterstützt wird.

Vor 40 Jahren wurde der Bio-Verband gegründet, aus dem sich BIO AUSTRIA entwickelt hat. Wie soll sich die Bio-Landschaft in Österreich in den nächsten Jahren entwickeln?

Die Bio-Landwirtschaft produziert auf umwelt- und klimafreundliche Weise gesunde Lebensmittel und ist damit ein wichtiger Teil der Lösung von einigen der drängendsten Probleme unserer Zeit: der Klimakrise, dem Rückgang der Biodiversität und der Erhaltung der natürlichen Ressourcen. Bio bietet dadurch vieles von dem, was wir als Gesellschaft erwarten und benötigen. Das Bewusstsein darüber nimmt stetig zu, was wiederum die Nachfrage nach Bio weiter stärkt. Bio wird also noch breiter werden, da bin ich mir sicher. Von der nächsten Regierung erwarten wir eine Zielformulierung für die nächsten Jahre: 35 Prozent Bio-Anteil bis 2027 ist unsere Forderung.

Was halten Sie eigentlich von der Fridays for Future-Bewegung?
Ich bin stolz auf die vielen jungen Menschen, die weltweit lautstark wirksame Maßnahmen einfordern, um das Ziel einer Beschränkung der Erd-Erwärmung auf 1,5 Grad zu erreichen. Und ich finde es eigentlich beschämend, dass gerade die junge Generation jetzt diese Last tragen und für die Gewährleistung ihrer eigenen Zukunft kämpfen muss. Das ist nicht richtig. Es ist eine Folge von jahrzehntelanger Verschleppung und falscher Prioritätensetzung der politischen EntscheidungsträgerInnen rund um den Globus. 

Dieser Artikel erschien
06_19. Vielleicht interessiert Sie auch: