MEHR ENERGIE

Das Stromnetz zukunftsfit machen

Netzbetreiber und Umweltallianzen halten eine überregionale strategische Planung und die Erstellung einheitlicher Standards für den weiteren Ausbau der Strominfrastruktur für unumgänglich, um Konflikte zu vermeiden oder zumindest zu versachlichen. Der „ÖNIP“ könnte dabei helfen, wenn er am Ende hält, was seine Initiatoren versprechen.

Mit dem Inkrafttreten des „Bundesgesetzes über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen“, kurz Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), soll der Umbau unseres Energiesystems in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität vorangetrieben und vom geduldigen Papier einer politischen Absichtserklärung in die konkrete Umsetzung gehievt werden.  Demnach soll die Stromproduktion bis 2030 zu 100 Prozent aus heimischen Ressourcen mit erneuerbaren Energiequellen abgedeckt werden. Um dieses Ziel vor dem Hintergrund eines weiterhin wachsenden Stromverbrauchs zu erreichen, werden laut Expertenberechnungen zusätzlich 27 TWh (Terawattstunden) an Ökostrom benötigt, eine Erhöhung um fast 50 Prozent im Vergleich zur derzeitigen Menge.
Selbst wenn eine entsprechende Produktionssteigerung mithilfe von Wasser-, Sonnen- und Windenergie gelingt, bleibt immer noch das Problem der Transport- und Speicherkapazität, damit der Strom auch beim Verbraucher sicher ankommt. Das Zurverfügungstellen ausrei-chen¬der Transportkapazitäten ist somit eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der eingeforderten Energiewende.
Die heimische Strominfrastruktur ist dafür derzeit allerdings (noch) nicht ausgelegt. Um das zu ändern, wurde mit dem EAG auch die Etablierung eines integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplans, kurz ÖNIP, beschlossen. Dessen Ziel ist es, spezifische Wechselwir-kungen und Synergien zwischen Energieträgern, Erzeugungs- und Verbrauchssektoren zu nutzen, die Player abzustimmen und aus einem gegenwärtigen „Fleckerlteppich“ einzelner Projekte eine bundesweite Planung inklusive anschließender Sicherung der Stromversorgung zu entwickeln.

Weiter geht es in der aktuellen Print-Ausgabe.

Dieser Artikel erschien
05_21. Vielleicht interessiert Sie auch: