SERIE STOFFWECHSEL

Zu kostbar, um im Müll zu landen

Kunststoff ist ideal, um einer Kreislaufwirtschaft zugeführt zu werden. Ein paar nötige Hausaufgaben müssen dabei jedoch noch gemacht werden.


Die Welt versinkt im Plastik – einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zufolge wurden bis zum Jahr 2018 weltweit rund neun Milliarden Tonnen Plastik hergestellt. Aber nur etwa neun Prozent davon wurden wiederverwertet, weitere zwölf Prozent wurden verbrannt. Die übrigen 79 Prozent sind auf Müllhalden, in Ozeanen und Wasser-straßen zu finden. Geht die Plastikproduktion ungebremst weiter, werden nach Angaben der Umweltorganisation Global2000 allein Kunststoffe bis 2050 rund 56 Gigatonnen CO2-Emissionen erzeugt haben. Damit gingen zwischen zehn und 13 Prozent des verbleibenden CO2-Budgets für das 1,5-Grad-Ziel auf das Konto von Kunststoffen.         
Eile tut also Not. Ein nachhaltiger Umgang mit Plastik betrifft aber nicht nur die Vermeidung und den optimierten Materialeinsatz, sondern auch die Wieder- und Weiterverwertung. „Recycling ist eines der wirksamsten Mittel für den Klimaschutz, da durch den Einsatz von Rezyklaten viel weniger CO2 produziert wird als bei der Verwendung von Primärrohstoffen. Zudem haben wir diese Rohstoffe im Land beziehungsweise in Europa und verringern dadurch unsere Abhängigkeiten“, sagt dazu etwa Hans Roth, Aufsichtsratsvorsitzender der Saubermacher Dienstleistungs AG.

Plastik ist nicht gleich Plastik.
Während Österreich bereits heute die Ziel­vorgaben des EU-Kreislaufwirtschaftspakets 2025 für Verpackungen aus Papier, Glas und Metall erfüllt und sich somit im Spitzenfeld befindet, ist beim Kunststoffrecycling allerdings noch Luft nach oben: „Kunststoff bleibt die große Herausforderung“, so ARA Vorstand Werner Knausz. Um diese zu meistern, bleibt aber nicht mehr viel Zeit: Bis 2025 muss Österreich den Vorgaben der EU zufolge die Kunststoff-Recyclingquote auf 50 Prozent erhöhen. 2030 sollen schließlich 55 Prozent der Kunststoffe wiederverwendet werden.

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04_20. Vielleicht interessiert Sie auch: