STOFFWECHSEL

Wenn aus Flaschen Pullis werden

Kleidung aus recycelten PET-Flaschen – das klingt doch viel versprechend! Kein neues Rohöl, sondern altes Plastik, das zu neuer Kleidung wird, inklusive gutem Gewissen beim Shopping. Ein Blick hinter die Kulissen hinterlässt jedoch einen schalen Nachgeschmack. Der Großteil der Angebote dient wohl eher dem eigenen Image als der Umwelt.


Plastik ist in aller Munde, umweltbewusste, verantwortungsbewusste Menschen versuchen, es so weit aus dem Alltag zu verbannen, so weit es eben möglich ist. Längst macht sich die Werbung das neu erwachte Ökologiebewusstsein der Menschen zunutze und wirbt mit Recycling-Produkten, der Vermeidung von Plastik und neuen, umweltverträglicheren Materialien. In Sachen Kleidung ist Ökologie keine einfache Sache, denn auch vermeintlich nachhaltige Produkte weisen letztendlich eine wenig beeindruckende Ökobilanz auf. Kein Wunder, dass Kleidung aus Recycling-Kunststoffen all jene, die nach guten Alternativen suchen, begeistert. Doch was ist dran an Recycling-Kunststoffen? Halten sie, was sie versprechen?

Von Patagonia bis C&A.
Noch existieren nur wenige Studien, die die Ökobilanz von Recyclingfasern untersuchen. Dass sie besser ist als jene von neuen Fasern, liegt auf der Hand. Als Vorreiter der Welle gilt das US-Unternehmen Patagonia, das bereits sei 1993 Outdoor-Kleidung aus recycelten PET-Flaschen herstellt, insbesondere Fleecejacken. Derzeit sind es etwa 29 Prozent der angebotenen Modelle, die mit Anteilen an Recyclingfasern hergestellt werden. Mit neuen Modellen werden auch gleich Anweisungen verschickt, wie sie repariert werden können. Patagonia wirbt mit Slogans wie „Don’t buy this jacket“ oder „This jacket is garbage“ – ein Zugang, der zu mehr Recycling-Bewusstsein erziehen soll. Auch die deutsche Outdoor-Marke Pyua setzt auf Recycling-Polyester aus alten PET-Flaschen. „Wir wollen aus einer Pyua-Jacke eine Pyua-Jacke machen“, verspricht Geschäftsführer Timo Perschke. Als Konsequenz sind alle Teile wiederverwertbar. Alte Pyua-Stoffe werden gesammelt, kleingehackt, entfärbt, zu Polyester-Chips verschmolzen und wieder zu neuem Polyester-Garn gesponnen.

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02_20. Vielleicht interessiert Sie auch: