UNSER ALLER BODEN

Umweltfreund Humus

Ein hoher Humusgehalt macht Gärten und Landwirtschaft klimafit: Böden werden stabiler, die Pflanzen gestärkt und Grundwasser sowie Klima entlastet.


Ein gesunder Boden nährt uns alle, denn er ist nicht nur die Grundlage für unser Getreide, Obst, Gemüse, sondern auch für Fleisch, Milch und Milchprodukte. Verantwortlich dafür ist der im Boden enthaltene Humus. „Er ist die Mutter der Bodenfruchtbarkeit“, sagt Dir. Dipl.-HLFL-Ing. Manfred Weinhappel, Pflanzenbaudirektor der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Der Humusgehalt sollte demnach, so Weinhappel, je nach Bodenbeschaffenheit bei fünf bis sieben Prozent für Grünland und bei drei bis vier Prozent bei Ackerland liegen. Allerdings: Fast ein Viertel der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche ist laut WWF bereits schwer geschädigt. Fruchtbarer Erdboden schwindet, vor allem dort, wo Wälder vernichtet werden (das verursacht etwa 30 Prozent der Bodenzerstörung), Grasland überweidet (35 Prozent) und Ackerbau nicht nachhaltig betrieben wird (27 Prozent).

Bodenbiologie stabiler.
„In den letzten Jahrzehnten wurde weltweit ‚humuszeh-rend‘ gewirtschaftet – das heißt, dass die Humusreserven der Ackerböden durch die Bewirtschaftung reduziert wurden“, bestätigt Thomas Karner, Geschäftsführer der Ökoregion Kaindorf. Im Vergleich zu den 1930er-Jahren würde sich nur mehr ein Drittel bis maximal die Hälfte des ursprünglichen Humusvorrats im Boden befinden. Und doch: Eine Trendwende ist mittlerweile in Sicht.
„In den letzten 20 bis 25 Jahren hat sich in Österreich der Humusgehalt wieder erhöht, wie eine Studie der AGES gezeigt hat“, sagt Weinhappel. In Niederösterreich etwa haben demnach lediglich 11,8 Prozent der Proben Humusvorräte bis zwei Prozent aufgewiesen. 48,1 Prozent lagen zwischen zwei und drei Prozent, weitere 40,1 Prozent der Proben lagen bei über drei Prozent Humusgehalt. Geschuldet sei dies dem seit 1995 laufenden Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL), mit dem Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen gefördert werden.

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Dieser Artikel erschien
02_20. Vielleicht interessiert Sie auch: