ZUKUNFT LANDWIRTSCHAFT

Idealismus gefragt

Die Nähe und Liebe zur Natur, der Wunsch nach Unabhängigkeit und der Umgang mit Tieren machen den Beruf des Landwirtes für viele zum Traumberuf. Trotz mancher Herausforderungen.

Für Leo Gruber-Doberer gab es nie einen Zweifel: „Es war für mich immer klar, dass ich den elterlichen Hof übernehme.“ In zwei bis drei Jahre wird es so weit sein und er wird dann die Geschicke des Nebenerwerbsbetriebs lenken. Dass es heute schwieriger sei einen Hof zu übernehmen als früher, glaubt er nicht, da die wirtschaftliche Situation immer wetter- und marktabhängig sei und sich auch regelmäßig die Konsumgewohnheiten ändern würden. „Jede Zeit hat also ihre Herausforderungen“, ist er überzeugt.
Bio und vielleicht Vollerwerb. Ideen hat der Mostviertler bereits jetzt: „Je nach wirtschaftlicher Entwicklung kann ich mir durchaus vorstellen, den Hof in fünf bis zehn Jahren auch im Vollerwerb zu führen.“ Daneben überlegt der Absolvent der landwirtschaftlichen höheren Schule Francisco Josephinum in Wieselburg, den Ackerbaubetrieb um Vieh, und zwar Geflügel, zu erweitern. Bereits im Laufen ist die Umstellung auf Bio. Kein Wunder, arbeitet Gruber-Doberer neben seinem Masterstudium an der Boku – im Studienzweig Agrar- und Ernährungswirtschaft – für 20 Stunden als Bio-Kontrollor im Getreidebereich für die Austria Bio Garantie. Durch seinen Job habe er viel Neues gesehen und sei neugierig geworden. Irgendwann ist sei der Entschluss gereift, dass er das daheim auch machen wolle. „Ich bin auch Jäger und habe im November immer öfter gedacht: Jetzt spritzt du und erwischt die Hasen, die auf den Feldern liegen. Und morgen gehst du jagen“, sagt Gruber-Doberer. Natürlich seien auch wirtschaftliche Überlegungen in die Entscheidung eingeflossen. „Möglicherweise kann man mit Bioprodukten auch mehr verdienen, da Konsumenten Bio mehr wertschätzen“, so der Jungbauer.
Eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft ist für Klaus Pickl jedenfalls vorläufig kein Thema. „Der Markt ist relativ voll“, sagt er. Auch Pickl, ebenfalls Absolvent des Francisco Josephinum, wird den Betrieb seiner Eltern – einen Milch-Vollerwerbsbetrieb – übernehmen. Jedoch erst in etwa zehn Jahren.

Dieser Artikel erschien
02_19. Vielleicht interessiert Sie auch: