E 331, E 941, E 406

„Sind eh nur Nummern...“

Sind die sogenannten E-Nummern eh nur Nummern? Lebensmittelzusatzstoffe haben einen schlechten Ruf, aber ist der tatsächlich immer gerechtfertigt? Wer dachte, dass Bio-Lebensmittel davon nicht betroffen sind, der liegt jedenfalls falsch – auch mit der Annahme, dass alles ohnehin nur übelste Chemie ist.


Feindbilder zu pflegen ist oft leichter, als sich mit einer Thematik im Detail auseinanderzusetzen und herauszufinden, was tatsächlich kategorisch in die Schublade „verzichtbar“ gehört und was nicht. Ein solches Feindbild sind E-Nummern – laut Wikipedia „Lebensmittelzusatzstoffe, die Lebensmitteln zur Erzielung chemischer, physikalischer oder auch physiologischer Effekte zugegeben werden. Sie werden eingesetzt, um Struktur, Geschmack, Geruch, Farbe und chemische und mikrobiologische Haltbarkeit verarbeiteter Lebensmittel, also ihren Gebrauchs- und Nährwert zu regulieren bzw. zu stabilisieren sowie die störungsfreie Produktion der Lebensmittel sicherzustellen. Es können sowohl synthetische Stoffe sein, teils sind es auch natürliche Stoffe, die als Wirkstoff zugesetzt werden.“ Soweit die Definition. Die EU vergibt pro zugelassenem Zusatzstoff eine sogenannte E-Nummer, derzeit sind es etwa 340 verschiedene, mehr als zehn weitere werden gerade geprüft.
Zusatzstoffe sollen Backfähigkeit, Streichfähigkeit, Rieselfähigkeit oder Maschinentauglichkeit verbessern, sie sollen vor dem Verderben bewahren, säuern, feucht halten oder die Oxidation verhindern. Je nach Funktion werden die E-Nummern daher gruppiert. 25 Gruppen von Antioxidationsmitteln (A) über Backtriebmittel (B) und Emulgatoren (E), Farbstoffe (F), Geliermittel (G), Geschmacksverstärker (GV) und Säuremittel (S) bis hin zu Verdickungs- (V) und Feuchthaltemittel (W) wurden erstellt und mit Kürzeln versehen. Nicht jeder Stoff kann eindeutig einer Kategorie zugeordnet werden, manche zählen auch zu mehreren Kategorien. Die Zulassung eines Stoffes durch die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, erfolgt nur, wenn der Stoff nachweislich gesundheitlich unbedenklich sowie technologisch notwendig ist und der Verbraucher durch die Verwendung des Zusatzstoffes nicht getäuscht wird.     

Dieser Artikel erschien
Oktober 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: