ENERGIEWENDE

Technologie mit Star-Potenzial

Überschüssige Windenergie längerfristig zu speichern, ist derzeit kaum möglich. Einen Ausweg könnte die Umwandlung in Gas darstellen. Derzeit ist diese jedoch bei Weitem nicht wirtschaftlich darstellbar.


Exakt 1.277 Windräder mit einer Leistung von 2.899 Megawatt drehen sich derzeit in Österreich und versorgen nach Angaben der IG Windkraft bereits 1,78 Millionen Haushalte mit Strom aus einer erneuerbaren Quelle. Der springende Punkt dabei ist allerdings, dass Wind- wie auch Solarstrom zurzeit noch nicht wirklich gespeichert werden können. „Es werden zwar Batteriespeicher angedacht, die können derzeit aber nur als Kurzzeitspeicher fungieren“, sagt Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michael Harasek vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Bio-wissenschaften“ der TU Wien. Würde man beispielsweise einen Windpark mit einer Leistung von 20 Megawatt vom Netz nehmen und in den Batteriespeicher führen, wäre dieser binnen weniger Minuten voll.

Historische Wurzeln. Die Windgas-Technologie schlägt genau in diese Kerbe. Dabei wird mittels Elektrolyse aus überschüssiger Windenergie Strom erzeugt. Konkret wird Wasser mithilfe von Strom aus Windrädern in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Sauerstoff wird in die Atmosphäre abgegeben und der Wasserstoff ins Erdgasnetz eingespeist, wo er sich mit dem bereits vorhandenen Erdgas vermischt. Oder er wird in einem zweiten Schritt unter Verwendung von Kohlenstoffdioxid in synthetisches Methan umgewandelt. Dieses kann ebenfalls für eine spätere Rückverstromung in der vorhandenen Erdgasinfrastruktur gespeichert oder in Form von Power-to-Fuel etwa als Treibstoff für Schiffe und Flugzeuge verwendet werden. Sogar die Verwendung als chemischer Rohstoff ist möglich.
Neu ist das Konzept, aus Energie – sei es aus erneuerbaren oder fossilen Quellen – mithilfe von Elektrolyse Wasserstoff (Power- to-Gas) zu erzeugen, nicht. Bereits 1780 stellte der italienische Arzt und Physiker Luigi Galvani die Theorie der Umwandlung von chemischer in elektrische Energie auf und legte damit den Grundstein zur Wasserstoff-Technologie.

Dieser Artikel erschien
November 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: