ÖKO-RÜBEN HABEN ES SCHWER

Zucker: 100% Made in Austria

Die Zuckerrübe ist nach wie vor die wichtigste Zuckerpflanze in Europa. Bei der Herstellung fällt eine Reihe von Nebenprodukten an, die zum Beispiel als Futtermittel eingesetzt werden. Als Rohstoff für Biotreibstoff spielt sie in Österreich hingegen keine Rolle.

Es war ein Apotheker und Chemiker, der vor rund 250 Jahren entdeckte, dass in den sogenannten Runkelrüben Zucker enthalten war. Der praktische und vor allem wirtschaftliche Nutzen dieses Wissens wurde aber erst Ende des 18. Jahrhunderts genutzt, als in Schlesien die erste Rübenzuckerfabrik der Welt entstand. Bis dahin war Zucker ein Luxusartikel, denn das Monopol auf den sogenannten „Kolonialzucker“ hatten die Zuckerrohrhersteller aus Übersee.
In Österreich entstanden die ersten Fabriken zur industriellen Verarbeitung von Zuckerrüben zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. Hauptanbaugebiete der rund 6.200 Rübenbauern in Österreich sind heute vor allem die östlichen Bundes-länder Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich aber auch  in Wien und der Steiermark gibt es Rübenfelder. Insgesamt werden auf 45.000 Hektar rund drei Millionen Tonnen Zuckerrüben pro Jahr geerntet und zu 500.000 Tonnen Wei߬zucker verarbeitet. Verarbeitet wird in den Zuckerfabriken der AGRANA in Tulln oder Leobersdorf und unter dem bekannten Markennamen „Wiener Zucker“ vermarktet.

Obwohl die Zuckerrübe auf den ersten Blick wie eine unscheinbare und einfache Kulturpflanze wirkt, hat sie es in puncto Ansprüchen doch in sich. Ein Mix aus Bodenbeschaffenheit, Dünger, Pflanzenschutz und der passenden Furchtfolge entscheidet über einen Ernteerfolg oder -misserfolg. So sind etwa die Rübenbauern auf den Witterungsverlauf angewiesen, der über den Zuckergehalt bestimmt, der um die 17 % liegt. An einem Standort können nur alle vier bis sechs Jahre Zuckerrüben angebaut werden. „Der Anbau von Zuckerrüben ist keineswegs trivial. Es erfordert von einem Landwirt viel Erfahrung und Know-how. Es gibt einige, die es probiert haben und wieder davon abgekommen sind“, gibt Ing. Markus Schöberl, Geschäfts-führer der österreichischen Vereinigung „Die Rübenbauern“ Einblick in das Geschäft.

Dieser Artikel erschien
November 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: