KOST UND LOGIS IM BIOSTALL

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Der Winter naht und viele unserer Nutztiere übersiedeln von der Weide in den Stall. Für Bio-Stallhaltung gelten freilich ganz besondere Regeln, um den Tieren mehr Wohlbefinden zu garantieren. Mancher Bauer ist aber ganz besonders kreativ, wenn es darum geht, Zenzis, Luschis und Paulas Wohnzimmer nett zu gestalten.


Ob unsere Nutztiere – Schweine, Schafe, Ziegen, Rinder und Geflügel – konven¬tionell oder in zertifizierter Bio-Qualität gehalten werden, macht durchaus einen Unterschied aus. Die Richtlinien dazu sind komplex und jedem Landwirt bekannt. Selbst für Fische, Bienen, Kaninchen, Wild und Pferde gibt es Vorgaben, für Geflügel, Schweine und Wiederkäuer natürlich sowieso. Der Grundsatz, die Nutztiere mög¬lichst natur- und artgemäß zu halten, um sie gesund, leistungsfähig und langlebig zu machen, lässt sich im Freien deutlich einfacher umsetzen. Umso konkreter sind die Richtlinien der BIO AUSTRIA daher für den Stall.
Bio-Landwirte kontrollieren das Wohlbefinden ihrer Tiere mindestens einmal pro Tag. Dabei gilt der Blick nicht nur den Tieren selbst, die der Bauer gut genug kennt, um meist auf einen Blick zu erfassen, wenn es ihnen nicht gut geht. Auch alle Anlagen und Geräte, von deren Funktionsfähigkeit das Wohlbefinden der Tiere abhängig ist, werden überprüft: Melk-, Futter-, Wiege-, Kotabtransport- oder Wasseranlagen.

Kost und Logis. Bio-Haltung inkludiert selbstverständlich auch Bio-Fütterung. Bei Pflanzenfressern, also Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden, Gatterwild, Lamas und Alpakas, müssen 60 % der Futtermittel aus dem eigenen Betrieb stammen oder von anderen biologischen Betrieben aus derselben Region erzeugt werden. Bei Schwei¬nen und Geflügel liegt dieser Wert bei mindestens 20 %. Für die Reinigung von Ställen und Geräten wird detailliert vorgeschrieben, mit welchen Inhaltsstoffen gearbeitet werden darf, beispielsweise Wasser und Dampf, Kali- und Natronseifen, Kalk, Ätznatron, Wasserstoffperoxyd, Alkohol oder Formaldehyd – ausnahmslos naturverträgliche Stoffe. In einem eigenen Katalog werden alle Reinigungsmittel aufgelistet, die zulässig sind.

Dieser Artikel erschien
November 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: