NATURAL BRANDING

Laser statt Plastik?

Das Einsparen von Verpackungen im Handel ist ein Dauerbrenner-Thema. Frischen Wind erhält die Diskussion aktuell durch einen Vorstoß von REWE, die erforderlichen Daten einfach per Laser an Obst und Gemüse anzubringen.

Unsere Lebensmitteleinkäufe – selbst wenn sie noch so ökologisch sind – hinter-lassen oft einen schlechten Nachgeschmack in Form von großen Mengen Verpa-ckungsmüll. Nicht immer ist es möglich, lose Ware in den Einkaufskorb zu packen, biologisch abbaubare Verpackungen helfen nur zum Teil das Problem zu lösen. Ein völliger Ver­zicht ist schwierig, denn Verpackungen dienen auch dazu, Ware mit Haltbarkeit, Gewicht und Herkunft zu kennzeichnen, den Strichcode zu tragen oder beim Transport zu schützen und zu konservieren. Und schließlich sind Produktver-packungen auch gute Verführer: Ihr Design soll Qualität und Wert transportieren und zum Kauf anregen. „Konsumenten betrachten Verpackungen oft nur als Müll und dennoch gehen nur ganz wenige mit eigenen Behältern einkaufen. Die große Mehrheit nutzt also Verpackungen. Klug gestaltete Packungen können dem Konsu-menten signalisieren, dass es sich um ein nachhaltiges Produkt handelt“, sagt Motivforscherin Dr. Helene Karmasin, die sich in ihrem Buch „Verpackung ist Verführung“ der Entschlüsselung  des Packungscodes gewidmet hat.

Keine Geschmacksveränderung

Ob Verpackungsmaterial wirklich nachhaltig ent-lang der gesamten Wertschöpfungskette ist, kann der Konsument nicht immer über-prüfen – mit einer neuen Idee soll das jetzt anders werden, denn: Die Verpackung bleibt gänzlich weg und die Information wird direkt auf der Ware angebracht. Penny und REWE starteten im März mit 800 Filialen in Nordrhein-Westfalen einen ersten Test, Bio-Obst und -Gemüse mit „Natural Branding“ zu versehen. Dabei wird das Bio-Siegel per Laser in die Früchte gebrannt. Wie das funktioniert, erklärt Bernhard Laufer, Geschäftsführer von laserwerkstatt.at in Pfaffstätten: „Mithilfe eines Laserstrahls werden die Pigmente der äußersten Schalenschicht abgetragen. Die Produkte können so mit einem Logo, beispielsweise einem Bio-Siegel, und weiteren Informationen versehen werden.“

Dieser Artikel erschien
Mai 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: