SERIE: Natürliche Alleskönner

Dich sticht wohl auch der Hafer?

Das Getreide Hafer hat auf den ersten Blick einen fast altmodischen Touch, boomt aber aktuell in der Küche der jungen Generation, bei Sportlern und Ernährungs-bewussten.

Ernährungsberater empfehlen besonders in der kalten Jahreszeit gerne warmen Porridge  zum Frühstück – aufgepeppt mit Banane, Mandeln oder Honig wird Hafer damit zum schmackhaften Starter am Morgen. Aber auch bei klassischen Müslis, Smoothies oder nach dem Sport punkten „Hafersnacks“ in der gesunden Ernährung. Aus den USA stammt der Trend der sogenannten „overnight oats“: Dabei wird Hafer über Nacht in Milch oder Joghurt eingeweicht und kann so am Morgen rasch mit Obst, Nüssen, Goji-Beeren oder Chia-Samen zubereitet werden. Wer die Zeit aber nicht investieren möchte, findet in Supermärkten und Bioläden ein großes Sortiment an Porridge- oder aber Müslimischungen, die oft nur mehr mit Wasser oder Milch aufgegossen werden müssen und ihren vollen Geschmack entfalten. 

Hafer überzeugt warm, kalt, cremig oder kernig, süß oder pikant und hat mittlerweile auch Einzug in die Haubenküche gehalten. Bei Sportlern steht seit kurzem das Powerfrühstück „Proats“ auf dem Speiseplan, eine eiweißreiche Mahlzeit  aus Haferflocken und Topfen, die so wie Müsli oder Overnight Oats mit Obst oder Nüssen verfeinert wird, jedoch durch den Topfen noch einen zusätzlichen Proteinkick enthält. Die Mahlzeit ist schnell zubereitet und sättigt lange.

Geringer Preis und hohe Qualität. Die Basis für diese neuen Trendmahlzeiten bildet die Haferpflanze, ein robustes Getreide, das nur wenig Ansprüche an die Umgebung stellt. Durch seine weit  verzweigten Wurzeln gelangt es auch an Nähr-stoffe, die sehr tief im Boden liegen und wird daher oft als „Pionierpflanze“ 

bezeichnet. Zudem gibt es viele Schädlinge, die herkömmliches Getreide befallen, aber Hafer aussparen, sodass er resistent gegenüber vielen Krankheiten ist. 

Nachdem er sich auch gegen Unkraut gut durchsetzt, wird Hafer wenig gedüngt, Mittel gegen Pilzerkrankungen sind meist gar nicht erforderlich. In Österreich lag die Anbaufläche in den 1930er-Jahren noch bei rund 300.000 Hektar, aber mit dem Rückgang der Zahl der Pferde hat sich die Fläche heute auf rund 30.000 Hektar reduziert. 

Dieser Artikel erschien
März 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: