Alles eh nur Bio-Schmäh?

Die Vorurteile rund um Bio-Produkte sind hartnäckig, das Halbwissen und die Ressentiments allerdings auch. Was ist also wirklich Sache? Wir haben Experten zu den gängigsten vorgefassten Meinungen befragt.

Wir alle kennen die eine oder andere Stammtisch-Meinung: bio ist ohnehin nur Schmäh, bio ist teuer, bio-Gemüse schmeckt nach nichts und ist dafür umso runzeliger, bio-Menschen tragen nur Jutekleidung und Holzschlapfen,...

Die Liste der Vorurteile gegenüber bio ist lang und – Hand aufs Herz – wer wäre nicht auch schon einmal darauf hereingefallen oder in Erklärungsnotstand geraten, wenn solche Klischees auf den Tisch kommen? 

Zu viele Bio-Siegel? Sicher ist, dass bio nicht gleich bio und dass auch die Bio-Welt kein reines Idyll ist. Vieles von dem, was aber an Gerüchten über den „Bio-Schmäh“ kursiert, stimmt ganz einfach nicht. Trotzdem wird oft kritisiert – vielleicht sogar zu Recht –, dass es zu viele verschiedene Bio-Siegel gibt und dass der Konsument sich im Dschungel dieser Kennzeichnungen nicht orientieren kann. Tatsächlich stimmt es, dass nur ein Teil der zahlreichen Gütesiegel für Lebensmittel echte Bio-Qualität garantiert. 

Was Ausdrücke wie naturnah, naturident, naturbelassen etc. betrifft, so haben sie mit „bio“ nichts zu tun. Aber: „Bio-Lebensmittel sind eindeutig an den drei Formulie-rungen „aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Anbau“, „aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Landbau“ und „aus (kontrolliert) biologischer (ökologischer) Landwirtschaft“ erkennbar“, heißt es vonseiten des Instituts für Bioforschung Austria. Ein weiteres Kennzeichen von Bio-Lebensmitteln ist die Prüfstellennummer auf der Verpackung (z. B. AT-W-03-BIO – wobei die ersten drei Kürzel für den Sitz und die Nummer der Kontrollstelle stehen.) Auch nicht unwichtig zu wissen: Damit ein Bio-Lebensmittel sich „bio“ nennen darf, müssen 95 Prozent der Produktion aus biologischer Landwirtschaft stammen.

Dieser Artikel erschien
März 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: