NATÜRLICHE ALLESKÖNNER

Der Siegeszug der „Wunderbohne“

Wunderbohne oder Goldene Bohne wurde die Sojabohne einst genannt, als man entdeckte, wie vielfältig sie eingesetzt werden kann. Ein Ende des Nutzungsspektrums ist noch nicht absehbar.

Schon weit mehr als 1000 vor Christus, möglicherweise sogar schon 7000 vor Christus, wurde die Sojabohne in Nordostchina angebaut und als Nahrungsmittel verwendet. Nach Europa kam sie erst etwa Ende des 17. Jahrhunderts, angebaut wurde sie hier ab dem 18. Jahrhundert. Der Anbau in Europa ist aber bis heute nicht bedeutend. Ihr Siegeszug rund um die ganze Welt dauert dennoch nach wie vor an. Immerhin sechs Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit gehen auf das Konto der Sojabohne. Damit ist sie die weltweit wichtigste Ölsaat. Gerade  in Nord- und Südamerika nahm ihre Bedeutung ab Mitte des 20. Jahrhunderts massiv zu – nicht nur mit positiven Nebeneffekten.

Anbau mit Schattenseiten

Unter allen Ölsaaten hat die Sojabohne mit 55 % Markanteil und damit dem größten Anteil einen enormen volkswirtschaftlichen Wert. Weltweit werden im Durchschnitt etwa 270 bis 290 Millionen Tonnen geerntet. Nur 15 große Produzenten sorgen dabei für mehr als 98 % der gesamten Welternte. Die größten Produzenten weltweit sind die USA, die gut 35 % der Ernte einbringen, vor Brasilien, Argentinien, Indien, China, Paraguay, Kanada, der Ukraine, Bolivien und Russland. Erst auf Rang zwölf folgt der größte EU-Pro-duzent Italien. Exportiert werden die wertvollen Sojabohnen hauptsächlich von Brasilien und den USA, importiert werden sie vor allem von China, Mexiko, Deutschland und Spanien. Nach Weizen und Mais ist Soja­ die meistgehandelte Nutzpflanze.
Seit 1996 ist eine gentechnisch veränderte (transgene) Sojabohne zugelassen, die die Un-krautbekämpfung erleichtert. Die Pflanzen sind resistent gegen das Breitbandherbizid Glypho-sat (Roundup). 2015 wurde auf 83 % der globalen Sojaanbaufläche transgenes Saatgut verwendet. Insbesondere in Süd- und Nordamerika setzt man auf gentechnisch verändertes Soja – und nimmt damit  zahlreiche potenzielle „Kollateralschäden“ in Kauf. So wurden in Südamerika erhöhte Zahlen an Krankheiten und Fehlgeburten  in Anbaugebieten registriert. Mehrere gentechnisch veränderte Sojabohnen sind in der EU zur (kennzeichnungspflichtigen) Verwendung als Futter- und Lebensmittel zugelassen, jedoch nicht für den Anbau.

Dieser Artikel erschien
Juli 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: