HANFANBAU IN ÖSTERREICH

Besser als sein Ruf

Cannabis, Hanf, Pot, Gras oder Stoff – all das sind Namen für ein und dieselbe Pflanze und deuten bereits auf ihre vielfältige Anwendung hin. Hanf kann jedenfalls mehr und hat zu Unrecht einen zwielichtigen Ruf.

Hanf ist eine Jahrhunderte alte Kulturpflanze. Der erste Präsident der USA, George Washing-ton und auch Gründervater Thomas Jefferson bauten auf ihren Plantagen Hanf an. Der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung Benjamin Franklin, war Drucker und Verleger und sorgte mit der ersten Hanfpapierfabrik in Nordamerika dafür, dass in den neuen Kolonien die freie Presse entstehen konnte.

Die eierlegende Wollmilchsau

Hanf zählt zu den höchstentwickelten Pflanzenfamilien der Erde und ist einer der ertragreichsten Rohstoffe. In sehr kurzer Wachstumszeit erreicht er vier bis sieben Meter Wuchshöhe und ist damit einer der aktuell am interessantesten nach-wachsenden Rohstoffe weltweit. Aus 0,4 Hektar Hanf kann die gleiche Menge Zellstofffaser gewonnen werden wie aus 1,66 Hektor Holz, sodass Hanf ein guter Ersatz  für Baumholz zur Herstellung von Pressspanplatten oder Schal­brettern dienen kann. Damit würde ein kosten-günstiges und  feuerfestes Baumaterial mit besonders guten thermischen und akustischen Dämmeigenschaften entstehen. Insgesamt könnte Hanf für rund 50.000 Produkte als Roh-stoff dienen.
Auch Mag. Gerda Steinfellner, Geschäftsführerin von Hanfland im Weinviertel, hat sich zuerst einmal auf Geschichtsforschung begeben und ist so „auf den Hanf“ gekommen: „Wir leben hier im Hanfthal und es lag auf der Hand, in alten Urkunden der Frage nachzugehen, was es damit auf sich hat. Vor etwa 850 Jahren wurde hier tatsächlich Hanf angebaut.“
Zurück in der Gegenwart, genauer gesagt mit der Eröffnung der Therme in Laa, hatte sie die Idee, den Zustrom der Gäste zu nutzen und einen Hanferlebnispfad und ein Hanfmuseum zu errichten. Seit 2004 wird großflächig Hanf angebaut, im Vorjahr waren es rund 500 Hektar Biohanf und 150 Hektar konventioneller Hanf. „Heuer werden es insgesamt nur rund 400 Hektar sein, denn die Nachfrage nach teurem österreichischen Biohanf ist außerhalb des Landes nicht sehr groß, nachdem viele Ostländer in das Geschäft eingestiegen sind und auch international die Billigkonkurrenz steigt.

Dieser Artikel erschien
Juli 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: