BESCHÄFTIGUNGEN MIT „SINN“

Jobst du nur oder hilfst du auch?

Sommerjobs für Schüler und Studenten haben ursprünglich und vor allem den Zweck, Geld zu verdienen, um sich damit das Taschengeld aufzubessern. Immer öfter ent-scheiden sich aber junge Menschen dafür, ihrer sommerlichen Beschäftigung einen Sinn zu geben und vielleicht sogar zu einer besseren Welt beizutragen. Die Vielfalt der Angebote wird immer größer.

Strenggenommen darf im Fall von unbezahlten Diensten nicht mehr von Jobs die Rede sein, denn ein Job wäre grundsätzlich immer mit einer Entlohnung verbunden. Volontariate – ein Begriff, den es in dieser Form nur in Österreich gibt –, freiwillige Mitarbeit oder Sozialdienste meinen aber meist vor allem eines: Engagements, die (nahezu) unentgeltlich, sozial hochwertig und jedenfalls die eigene Persönlichkeit schulend angelegt sind. Diese Arbeiten bringen unzählige positive Aspekte mit sich: Sie sind mehr als bloß perfekte Lückenfüller in einem Lebenslauf, die in völlig andere Richtungen gehen     können als die Ausbildung und dennoch viel positiven Eindruck hinterlassen; sie trainieren die Persönlichkeit und vermitteln   auf sozialer Ebene jede Menge Feingefühl und Kompetenz; sie sind meist ungemein befriedigend und liefern Einblick in neue Branchen, Länder, Kulturkreise, Berufe und Berufungen. Und im Rahmen dieser Dienste wird anderen Menschen geholfen. Mit anderen Worten: Mit freiwilligen Einsätzen kann man fast nur gewinnen!

WWOOF ist die Kurzform von „World-wide Opportunities on Organic Farms“ und wurde 1971 als weltweites Netzwerk gegründet, das freiwillige Helfer und Gäste auf Bio-Bauernhöfen einsetzt. Martina Heuberger von WWOOF Österreich ist nicht glücklich mit dem Attribut, dass es sich hierbei um „sinnvolle“ Arbeit handle, denn „WWOOFer sind Gäste am Hof. Es geht vor allem um Lernen und gegenseitigen Austausch und es besteht keine Verbindung zu ‚Arbeit’ oder ‚Jobs’ im herkömmlichen Sinne mit Bezahlung“, betont die Biolandwirtin. Die WWOOF-Österreich-Gruppe gibt es schon seit 20 Jahren, sie wurde von Hildegard Gottlieb gegründet. „WWOOFer melden sich direkt in dem Land an, welches sie besuchen wollen. Wenn also ein Österreicher in Australien WWOOFen möchte, benötigt er eine australische Mitgliedschaft“, erzählt Heuberger.

Dieser Artikel erschien
Juli 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: