Startseite
 

Wo ist die Milchstraße geblieben?

Fast die Hälfte der urbanen Bevölkerung unter vierzig Jahren hat laut Umfragen noch nie die Milchstraße „live“ gesehen. Kein Wunder, sind am österreichischen Nachthimmel doch heute durchschnittlich nur mehr 10% der eigentlich mit freiem Auge sichtbaren Sterne zu erkennen. Der Grund dafür ist ein Phänomen, das lange Zeit nicht wahrgenommen oderzumindest nicht ernst genommen wurde: „Lichtverschmutzung“ Ein zunehmendes Problem der modernen Industriestaaten. Nicht nur Astronomen leiden unter seinen Folgen, auch Tiere und Menschen sind unmittelbar davon betroffen.

Vor etwas mehr als 100 Jahren sind in Europa die ersten elektrischen Außenbeleuchtungsanlagen in Betrieb gegangen. Inzwischen sind es tausende Lichtquellen, die Nacht für Nacht unsere Umwelt ins „rechte Licht rücken“. Diente das Licht ursprünglich ausschließlich dem Bedürfnis des Menschen nach Sicherheit, Schutz und Orien­tie­rung, so ist es längst zu einem verschwenderisch eingesetzten Symbol für unsere Luxus-, Konsum- und Freizeitgesellschaft geworden. „Non-Stop“, „rund um die Uhr“, „24 Stunden Action“ – damit locken uns Urlaubsangebote und Vergnügungsparks. Gesund ist das nicht, warnen immer mehr Wissenschaftler.

Seit Millionen von Jahren ist Licht unser ursprünglicher Rhythmusgeber, sagt der Chronobiologe Franz Hölker, Leiter des interdisziplinären deutschen Forschungsprojektes „Verlust der Nacht“: „Alle Organismen auf der Erde, inklusive uns Menschen, Pflanzen und Tiere, haben sich evolutionär an eine bestimmte Nachtsituation angepasst: Es war dunkel, es war fast stockdunkel, nur eben natürliches Licht durch den Mond und die Sterne existierte. Doch durch die Neustrukturierung der Nachtlandschaften in den letzten 30, 40 Jahren haben wir eine ganz neue Situation geschaffen.“ Und diese sorge nicht nur für Desorientierung, sondern belaste auch den ursprünglichen Biorhythmus von Tier und Mensch.

Lesen sie weiter in der neuen Print-Ausgabe des Bio Magazins.