SERIE: Grüne Technologie in Rot-Weiß-Rot

Kostbares Trinkwasser aus der Luft

Grüne Zukunftstechnologien „Made in Austria“ sind am internationalen Markt gefragt und für manchen bahnbrechenden Innovationsschub verantwortlich. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der „Air-Water-Catalyser“ von WD-AUSTRIA. Das Gerät erzeugt Trinkwasser aus Luft – wenn es sein soll, auch in der Wüste.

Nach Katastrophenfällen – wie zum Beispiel Erdbeben oder humanitären Katastrophen wie Kriegen oder Flüchtlingsströmen – ist das größte Akutproblem für die Hilfsmannschaften vor Ort nicht selten eine desolate Trinkwasserversorgung der Betroffenen. So muss für die Notversorgung oft auf verseuchte Brunnen oder durch Fäkalien verunreinigte Flüsse zurückgegriffen werden, um mithilfe einer entsprechenden Wasseraufbereitung die notwendigsten Bedürfnisse abdecken zu können.
Wenn dafür aber, wie etwa beim schweren Erdbeben in Haiti geschehen, keine ausreichenden natürlichen Wasserquellen vorhanden sind, wird die Versorgung problematisch und mit ihr auch die Situation für die Bevölkerung. Choleraepidemien und andere Folgeerkrankungen fordern     dann in vielen Katastrophenfällen oft mehr Menschenleben als das eigentliche Katastrophenereignis selbst.

Luftfeuchtigkeit nutzen.

Der neu entwickelte „Air-Water-Catalyser“ der eigentlich auf Luftentfeuchtung spezialisierten Firmengruppe WD-AUSTRIA aus Langenlois macht es nun erstmals möglich, reinstes Trinkwasser auch völlig unabhängig von Wasserressourcen zu gewinnen. Diese Produktinnovation des Waldviertler Unternehmens wird künftig aber nicht nur die Trinkwasserversorgung nach Katastrophenfällen gewährleisten, sondern kann dazu genützt werden, um auch in entlegenen und wasserarmen Regionen eine völlig autarke Wassergewinnung sicherzustellen.
„Das Gerät ist tatsächlich überall einsetzbar“, bestätigt Eduard Paschinger, WD-AUSTRIA-Inhaber und Geschäftsführer: „Wir können damit auch ohne natürliche Wasserressource, also sogar in der Wüste, Trinkwasser gewinnen.“
Damit wird das Gerät auch für die Entwicklungshilfe interessant. Über eine Milliarde Menschen haben laut UNO-Schätzungen derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Täglich infizieren sich 50.000 Menschen an kontaminiertem Wasser. Jede Minute sterben vier Kinder durch verseuchtes Trinkwasser und zehn weitere erkranken. In vielen betroffenen Regionen können weder Flüsse zur Wasseraufbereitung genutzt werden, noch sind die nötigen Tiefenbrunnen vorhanden.

Dieser Artikel erschien
Februar 2013.