Wenn Kosmetik krank macht

Ob Naturkosmetik immer so natürlich und schonend ist, wie erwartet wird, sollen Zertifizierungen belegen. Produzenten bewegen sich hier auf einem schmalen Grat zwischen Profit und Glaubwürdigkeit.

Heute existiert eine Vielzahl an unterschiedlichen Kosmetik-Zertifizierungen, leider wird es für den Konsumenten immer schwieriger, deren Aussagekraft auch zu beurteilen. Die tendenziell umwelt- und tierfreundliche Produktion positioniert Naturkosmetik für viele Verbraucher als beliebte Alternative zu herkömmlichen Produkten. Ganz generell summiert man unter diesem Begriff jene Pflegeprodukte, die dem Anspruch nachkommen sollen, schonender für Tier und Mensch zu sein und vermehrt oder gänzlich aus „natürlichen“ Rohstoffen zu bestehen.
Insbesondere die Vermeidung synthetischer Inhaltsstoffe wird als wesentliches Kennzeichen echter Naturkosmetik angesehen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Nicht jedes vermeintliche Naturprodukt hält auf der Liste der Inhaltsstoffe auch, was die Werbung verspricht. Also welche Bestandteile von Pflegeprodukten sind bedenklich und warum? Eine Frage, die von Fachleuten je nach Ausrichtung ihres Geschäftsfelds unterschiedlich beantwortet wird.

Echte und „unechte“ Zertifikate

Ein Grund für die erschwerte Bewertbarkeit von Inhaltsstoffen ebenso wie von Zertifikaten liegt darin, dass die Begriffe Bio- bzw. Naturkosmetik derzeit nicht geschützt und daher auch nicht eindeutig definiert sind. Vielfach folgen Produzenten ihrem eigenen Verständnis, das oftmals der firmeneigenen Marketingstrategie untergeordnet ist. Je nach Herkunft und Konzeption der selbst gesetzten Standards entstammen diese auch schon mal dem Lebensmittelbereich, was der Vergleichbarkeit nicht gerade zuträglich ist – insbesondere, da die jeweilige Provenienz auch eine unterschiedliche Bewertung der Inhaltsstoffe zur Folge hat. Der Umstand, dass manche Standards profitorientiert sind, schadet der generellen Glaubwürdigkeit.

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Dieser Artikel erschien
Dezember 2012.