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Winterwildnis: Nationalpark Kalkalpen und Gesäuse

Eine beeindruckende Landschafts-, Tier- und Pflanzenvielfalt gilt es in den zwei der insgesamt sechs heimischen Nationalparks zu entdecken. Beide liegen nur einige Kilometer Luftlinie voneinander entfernt in Oberösterreich und in der Steiermark.


Die Nationalparks bewahren das Naturerbe für die kommenden Generationen und orientieren sich an dem Credo „Die Natur Natur sein lassen“. Hier dürfen Bäume alt werden, Totholz darf liegen bleiben und Flüsse dürfen sich ihre eigenen Wege bahnen. Davon profitieren Tiere und Menschen. Besucher erhalten unvergessliche Einblicke in eine unberührte Natur und die außergewöhnliche Schönheit der Landschaft.

Wertschätzung der Natur. Damit nun ein Schutzgebiet als Nationalpark anerkannt wird, müssen zahlreiche von der Weltnaturschutzunion IUCN festgelegte Richtlinien erfüllt werden. Unter anderem darf auf mindestens 75 % der Schutzgebietsfläche keinerlei wirtschaftliche Nutzung stattfinden. Auch gibt  es hier keine „Trophäenjagd“. Die Einhaltung der Kriterien wird regelmäßig überprüft, denn Nationalparks sind Bot-schafter für einen verantwortungsbewussten und wertschätzenden Umgang mit der Natur. Zu den Hauptaufgaben zählen der Schutz wertvoller Ökosysteme, die Erhal-tung der Artenvielfalt sowie Bildung und Forschung.

Der Nationalpark Kalkalpen schützt die größte Waldwildnis im Herzen Österreichs. Die Vielfalt der Natur ist enorm artenreich: Zu den „Big 5“ gehören neben dem Stein-adler, der Rothirsch, der Luchs sowie der Weißrückenspecht und der Alpenbockkäfer. Der 1997 errichtete Nationalpark liegt eingebettet zwischen Sengsengebirge und Reichraminger Hintergebirge und umfasst 20.825 Hektar. Im Jahr 2017 wurden hier 5.250 Hektar alte Buchenwälder mit dem UNESCO Weltnaturerbe-Siegel ausgezeich-net.
Der Nationalpark Gesäuse mit einer Gesamtfläche von 11.306 Hektar ist der jüngste Nationalpark in Österreich, der 2002 gegründet wurde. Er liegt im Bereich der Enns-taler Alpen/Gesäuse. Die Landschaft ist von wildem Wasser und steilem Fels geprägt. Dazwischen wachsen wilde und wieder verwildernde Wälder. Die Enns bildet ein Biotop für Pflanzen und Tiere, die in stärker regulierten Flüssen nicht mehr überleben können. Berühmt ist der Flussuferläufer, ein seltener Brutvogel, dessen größtes Brut-vorkommen sich im Gesäuse in der Steiermark befindet.

Dieser Artikel erschien
Februar 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: