REGIONALE PRODUKTE

Ist Regional das neue Bio?

Regionale Lebensmittel punkten im Image-Wettlauf mit Bio-Produkten. Verbraucher verorten Natürlichkeit und Qualität heute häufiger unter dem Stichwort Regionalität.


Was fehlt uns in einer allzeit vernetzten, globalen, digitalen Welt? Wir vermissen Echtes, Bodenständiges, Wahres – unsere Wurzeln. Brauchtum, regionale Produkte und besonders regionales Essen werden wiederentdeckt, aufgewertet und immer öfter perfekt vermarktet. Wirkliche oder vermeintliche „Bio-Skandale“, xenophobe Tenden­zen sowie die Tatsache, dass Bio-Produkte auf den globalen Märkten gehandelt werden, die vielen Konsumenten undurchschaubar und unkontrollierbar scheinen, haben lokal produzierten Lebens­mitteln vielfach einen größeren Ver-trauensvorschuss eingebracht als Bio-Produkten. Vintage ist „in“, auch wenn der Hype um „Regionales“ und „Traditionelles“ vielfach dafür genutzt wird, die von Bio gesetzten Qualitätsstandards zu unterlaufen und Lebensmittel als „natürlich“ zu vermarkten, bloß weil sie aus dem nächstgelegenen Bauernhof stammen.

Beweggründe regional zu kaufen. Weil die Megatrends Urbanisierung und Globalisierung in unserer Realität immer  präsenter sind, gewinnt im Gegenzug die Region als Orientierungsmuster an Attraktivität. Kein Wunder, dass die Herkunft der Produkte, die reale Umgebung und die regionaltypischen Rezepturen mittlerweile auch für die Gastronomie Normalität geworden sind. Selbst für Quick-Service-Restaurants gehört die Verwendung regional produzierter Ausgangsprodukte – wie es etwa der Marktführer McDonalds bei Kartoffeln, Salaten und Fleisch vormacht – schon zum guten Ton. Traditionelle Gast­häu­ser werben mit Lieferanten aus der unmittelbaren Umgebung, Local-Trend-Pioniere beschränken den Radius ihrer Zulieferer mittlerweile auf Sonntagsspaziergangsdistanzen oder fokussieren auf besondere Tierrassen, Sorten und Verarbeitungsformen, die in der jeweiligen Region besonders verwurzelt sind.

Ein Auszug aus BIOFACH ORGANIC 3.0, der Trend- und Potenzialanalyse für die Biozukunft von Mag. Hanni Rützler und Dr. Wolfgang Reiter. Weiterführende Info-rmationen dazu gibt es auch unter: www.zukunftsinstitut.at

Dieser Artikel erschien
Februar 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: