WASSER VOM BAUM

O´zapft is!

Was den Bäumen im Frühjahr neue Kraft verleiht und die Basis für ihr vitales Wachstum darstellt, kann auch für Menschen nicht ganz verkehrt sein. Der Saft aus Bäumen wird somit zum Gesundheitselixier.

Bestimmte Baumarten speichern Wasser und können im Fall des Falles Kundige vor dem Verdursten retten. Das Wasser in den Bäumen stillt jedoch nicht nur den Durst, sondern es kann noch viel mehr. Kein Wunder, dass die Gesundheitsindustrie, die fortwährend auf der Suche nach wiederentdeckten oder innovativen, aber jedenfalls vermarktbaren Produkten ist, die Baumsäfte für sich entdeckt hat. Birkensaft enthält beispielsweise Aminosäuren, Mineralstoffe, Enzyme, Proteine, Antioxidantien und Vitamine – die Zutaten für eine natürliche „Verjüngungskur“.

Wasser selbst zapfen. In unseren Breiten sind es vor allem Birke, Ahorn und Walnuss, aber auch Weißbuche, Erle, Linde    und Ulme, die angezapft werden können. In der Zeit zwischen Februar und April, bevor die Bäume austreiben und bevor das Wasser über die Blätter verdunsten kann, ziehen sie jede Menge Wasser aus dem Boden. Fügt man ihnen eine Wunde zu, dann tropft das Wasser heraus. Birkensaft wird zum Beispiel gewonnen, indem mit einem Bohrer ein etwa 8 mm breites und 2 cm tiefes Loch in den Stamm gebohrt oder mit einem scharfen Messer ein entsprechender Schnitt gemacht wird. Sofort beginnt es aus dem Baum zu tropfen – und zwar erstaunlich viel. Mithilfe eines Zapfhahns und eines Kübels oder eines Schlauchs, der in ein Gefäß führt, kann das Wasser gesammelt werden. Besonders gut fließt der Saft übrigens an warmen Tagen, die auf eine kalte Nacht folgen.
Das Wasser aus den Bäumen besteht aber nicht nur aus Wasser, sondern die Inhaltsstoffe, die es aus seinem Weg durch den Boden und den Baum mitnimmt, machen die Wirkkraft aus. Mineral- und Eiweißstoffe sowie Kohlenhydrate finden sich da. Das Wasser schmeckt aufgrund des Zuckeranteils ein wenig süßlich – bei Ahorn sind es etwa 4 %, bei der Birke 2 % Zuckeranteil. Der Saft ist gekühlt nur wenige Tage haltbar, das bedeutet, dass er am besten frisch gezapft werden sollte – und wenn möglich nur von eigenen Bäumen.

Dieser Artikel erschien
Dezember 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: