KLIMA UND TOURISMUS

Mehr Standbeine sind gefragt

Die Klimaerwärmung stellt vor allem auch die Skiregionen auf eine harte Probe. Die Bedeutung von Aktivitäten abseits der winterlichen Pisten und im restlichen Jahr nimmt somit rapide zu.

Schneebedeckte Berge und ungetrübtes Pistenvergnügen gehören zum Winterurlaub wie die sprichwörtliche Butter aufs Brot. Doch der Klimawandel macht Touristikern und Urlaubern immer öfter einen Strich durch die Rechnung: Schneereiche und schneearme Winter wechseln einander immer öfter ab. „Man kann nicht sagen, dass es weniger Schnee gibt. Aber er ist nicht immer termingerecht da und das wird immer öfter vorkommen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). So gebe es vielfach im April noch exzellente Bedingungen zum Skifahren, „aber da haben die Gäste schon Gartenarbeit oder Radfahren im Sinn“, so Pröbstl-Haider. Denn in den Köpfen der Menschen dauere die Wintersaison von 15. November bis Ende März.
Gut gerüstet für den nächsten Winter. „Ist die weiße Pracht nicht ausreichend vor-
handen, wird mit technischer Beschneiung nachgeholfen“, sagt Franz Schenner von der Allianz Zukunft Winter. Rund 114 Millionen Euro haben Österreichs Seilbahnen heuer in Schneekanonen, Wasserleitungen und Speicherteiche für die künstliche Beschneiung investiert, um für die kommende Wintersaison gerüstet zu sein. Nicht gerade zur Freude von Umweltfreunden. Denn die Herstellung von technischem Schnee ist ressourcenintensiv. „Der Energieaufwand ist relativ hoch. Aber vielfach kommen bereits Photovoltaikanlagen zum Einsatz“, sagt Pröbstl-Haider, die sich mit ländlichem und naturnahem Tourismus, vor allem mit Anpassungsstrategien an den Klimawandel, beschäftigt.
Der Alpenverein Österreich geht davon aus, dass für einen Kubikmeter Schnee  0,5 Kubikmeter Wasser und rund fünf Kilowattstunden Strom aufgewendet werden. Das Nass wird von natürlichen oder naturnahen Gewässerstrecken entnommen, oft werden eigene Speicherseen errichtet. „Das wirkt sich auf den Wasserhaushalt aus“, weiß die Boku-Professorin.

Dieser Artikel erschien
Dezember 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: