ELEKTROMOBILITÄT

Stromspeicher auf vier Rädern

Elektroautos könnten als Zwischenspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Möglich wird das durch die sogenannte „Vehicle to Grid“-Technologie. Noch steckt diese aber in den Kinderschuhen.


Die Zahl der Elektroautos in Österreich steigt: Bis Ende September wurden bereits 5.400 E-Kfz zugelassen. „Davon werden rund 70 Prozent rein elektrisch betrieben“, sagt Dr. Michael-Viktor Fischer, Geschäftsführer von Smatrics, nach eigenen An-gaben Komplettanbieter von Dienstleistungen rund ums Thema Elektromobilität. Die Gesamtzahl der Elektroautos, die derzeit auf heimischen Straßen unterwegs sind, liegt bei etwa 18.500.

Abzapfen und einspeisen. Die Hauptgründe für den Umstieg von Verbrennungs-motoren auf elektrisch getriebene Fahrzeuge sind vor allem die geringeren CO2-Emissionen sowie niedrigere Betriebs- und Wartungskosten. Künftig könnte ein weiteres Argument den Kauf eines Elektroautos unterstützen: Dank der „Vehicle to Grid“ (V2G)-Technologie könnten sie nicht nur Strom aus dem Netz abzapfen, sondern diesen auch einspeisen. Und zwar während der Stehzeiten: Österreicher legen pro Tag durchschnittlich rund 30 Kilometer im Auto zurück, in Deutschland sind es rund 40. Oder anders gesagt: „Die Fahrzeuge werden 23 Stunden nicht genutzt“, so Fischer.
Das gilt auch für Elektroautos. Andererseits halten sich Verfügbarkeit und Nachfrage nach Strom nicht immer die Waage. Denn Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind, aber auch Wasser kann nicht kontinuierlich erzeugt werden – schließ-lich gibt es windstille oder bewölkte Tage. Parallel dazu gibt es beim Verbrauch Spit-zen. Um diese abdecken zu können, muss Strom gespeichert werden. Genau in diese Kerbe schlägt eben „V2G“: Wird das Auto nicht benötigt, könnte es als temporärer Energiespeicher für die überschüssige Energie dienen. Und damit bei Bedarf entweder das eigene Haus versorgen oder diese ins öffentliche Netz abgeben. „Damit könnte man einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, ist Fischer überzeugt.

Dieser Artikel erschien
Dezember 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: