„ORA ET LABORA“

Beten und arbeiten für die Nachhaltigkeit

Österreichs Klöster sind nicht nur Stätten der Spiritualität und des Glaubens, sie arbeiten in vielen Fällen auch als komplette Wirtschaftsbetriebe und sind darauf bedacht, Ökologie mit Ökonomie in Einklang zu bringen.


Freilich steht nicht in allen Fällen die Landwirtschaft im Fokus der ökonomischen Bemühungen. Klöster sind traditionell oft im Bereich der Bildung gut aufgestellt. Je nach Orden, Größe und Möglichkeiten betreiben etwa viele Nonnenklöster Schulen, andere forschen und verfassen Bücher, verschreiben sich missionarischen Aufgaben oder sozialen und pflegerischen Diensten, wieder andere haben sich auf Gäste im Kloster spezialisiert, auf Seelsorge oder Tourismus. Besonders große Stifte und Klöster setzen aber oftmals schon seit Jahrhunderten auch auf Landwirtschaft, sind selbst darin tätig oder engagieren Betriebe, die im Auftrag des Klosters agieren.
Mönche und Nonnen wussten schon vor Hunderten Jahren mit landwirtschaftlichen Produkten sorgsam umzugehen. Nicht umsonst haben in vielen Fällen die Stiftskellereien und -brauereien einen hervorragenden Namen. Neben Wein und Bier gehören auch Kräutergärten, Forstwirtschaft, Klösterläden mit Käse, Marmeladen, Getreide oder Gesundheitsprodukten zum gängigen Bild, das wir vom Klosterwirtschaftsleben haben. Bio-Qualität spielt dabei eine wachsende Rolle, denn die Werte Nachhaltigkeit, faire Produktionsbedingungen, Gemeinwohl oder Ökologie gelten dort wie da als erstrebenswert.

Kulinarische Vielfalt. Das Stift Schlierbach beherbergt die einzige echte Kloster-käserei Europas. Der „Schlierbacher Bio-Klosterkäse“ hat – wie das namensgebende Kloster – jede Menge Geschichte aufzuweisen. Wer nun lediglich an den sehr geruchs¬intensiven typischen „Schlierbacher Schlosskäse“ denkt, hat den Sprung in die Moderne verpasst: Weichkäse im Mini-Fondue-Format, Schaf- und Ziegen-camembert oder Abtropfjoghurt nach griechischer Art gehören ebenso zum Sortiment wie der Bio-Ziegenfrischkäse, der für die Auszeichnung zum Käse Kaiser 2017 sorgte. Auch internationale Preise wurden bereits abgeräumt. Neben der Käserei widmet sich das Stift Schlierbach, das bis ins Jahr 1355 zurückgeht, der Glasmalerei und Kunst, der Bildung samt Bildungszentrum und Gymnasium und es betreibt auch einen Stiftskeller.

Dieser Artikel erschien
Dezember 2017. Vielleicht interessiert Sie auch: