ERNEUERBARE ENERGIETRÄGER

Wie heizen wir im Jahr 2050?

Eine brandaktuelle Studie der Technischen Universität Wien zeigt: Die Wärmeversor-gung mit erneuerbaren Energien ist technisch möglich und wirtschaftlich sogar güns-tiger!


Mehr als ein Drittel des österreichischen Energie­einsatzes und rund 20 % des heimi-schen CO2-Ausstoßes wird für das Heizen aufgebracht, weil noch immer 60 % der Wärme aus fossiler Energie erzeugt wird. Eine Energiewende beim Heizen ist daher von zentraler Bedeutung um die österreichischen Klimaziele zu erreichen. Die TU Wien zeigt in der Studie „Wärmezukunft 2050“, dass die Dekarbonisierung der Wär-meerzeugung technisch möglich ist und wirtschaftlich sogar Vorteile bringt.     
„Dies ist allerdings nur möglich, wenn ein ganzes Bündel von politischen Maßnahmen von der Politik gesetzt wird“, sagt Studienautor Lukas Kranzl der Energy Economics Group der TU Wien. Peter Püspök, der Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ), ergänzt: „Von den vier großen Energiebereichen Verkehr, Industrie, Strom und Wärme ist der Bereich Raumwärme die härteste Nuss der Energiewende. Ohne Wärmewende sind die Energiewende und die Ziele des Pariser Klimaabkommen aber nicht erreichbar."

Einsparungen und dennoch Zuwächse. Ende Jänner wurde im Rahmen einer Veranstaltung des Dachverbandes der Erneuerbaren Energien (EEÖ) eine aktuelle Studie der Energy Economics Group der TU Wien „Wärmezukunft 2050“ präsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Energiewende im Wärmebereich möglich ist und jährlich sogar an die drei Milliarden Euro an Heizkosten eingespart werden könnten. Die zusätzlichen Investitionen in thermische Sanierungen sowie der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Erneuerbare führen zu steigenden Beschäftigungszahlen in diesen Branchen. Konkret bringen sie in diesen Branchen einen jährlichen Be-schäftigungszuwachs von 2,5% zwischen 2020 und 2030 und von 2,4% zwischen 2030 und 2040. „In Summe sind die langfristigen Einsparungen höher als das nötige Investitionsvolumen“, erklärt Andreas Müller von der TU Wien und weiter: „Insgesamt zeigt sich, dass die Nutzung von Kohle und Heizöl gänzlich ausläuft und der Erdgas-einsatz kontinuierlich reduziert werden muss sowie der verbleibende Anteil sukzessive durch Biogas und Wasserstoff zu ersetzen ist.“  

Dieser Artikel erschien
April 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: