HERKUNFT UND URSPRUNG

Sag mir, wo kommt mein Essen her?

Die meisten Konsumenten würden gerne wissen, woher die Lebensmittel, die sie verzehren, stammen. Doch meist geben die Aufschriften auf den Verpackungen darüber nur unklar Auskunft. Denn eine verpflichtende Ursprungs- bzw. Herkunftskennzeichnung besteht nur für Frischfleisch, Obst und Gemüse, Fische (Fischfang-gebiet), Honig und Olivenöl.


Wer über die Herkunft von Lebensmitteln genau Bescheid wissen will, muss häufig detektivischen Spürsinn entwickeln. Und wird angesichts der fehlenden Herkunftsangaben dennoch oft enttäuscht. Denn nur bestimmte Lebensmittel unterliegen der verpflichtenden Ursprungs- bzw. Herkunftskennzeichnung. Wie etwa Frisch­fleisch von Rindern.
„Seit dem Jahr 2002 muss bei Rindfleisch angegeben sein, wo das Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde“, sagt Mag. Birgit Beck, Projektleiterin Lebensmittel & Ernährung im Verein für Konsumenteninformation (VKI). Darüber hinaus ist die Angabe der Referenznummer, die die Nummer der Ohrmarke beinhalten kann, verpflichtend. Daneben können zusätzliche Informationen am Etikett angegeben werden. Dafür muss eine entsprechende Spezifikation vorliegen und die Kennzeich-nung muss von unabhängigen Kontrollstellen überwacht werden. In Österreich betreibt beispielsweise die Agrarmarkt Austria (AMA) ein freiwilliges Etikettierungs-system, genannt BOS bzw. SUS. Ziel dieser Systeme sind nachvollziehbare, richtige und freiwillig ausgelobte Angaben am Etikett von Rind-, aber auch Schweinefleisch und die Stärkung des Vertrauens der Konsumenten durch regelmäßige, unabhängige Kontrollen.
Rindfleisch ist aber nicht das einzige Fleisch, dessen Herkunft bekannt gemacht wer-den muss: Gleiches gilt für nicht verarbeitetes Fleisch von Schweinen, Ziegen, Scha-fen und Geflügel. Auf dessen Etiketten muss ebenfalls ersichtlich sein, wo die Tiere aufgewachsen und geschlachtet wurden. „Nennt man das Produkt ‚Österreichisches Schweinefleisch‘, dann muss beides auch in Österreich passiert sein“, sagt DI Christian Jochum, Leiter des Referats Agrarmarketing und Sonderkulturen in der Landwirtschaftskammer Österreich.

Dieser Artikel erschien
April 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: