JETZT EIN BIO-BIER

Klein, aber fein!

Bio-Biere sind aus den Regalen heimischer Bioläden und Zapfsäulen hipper Gastro-Spots einfach nicht mehr weg zu denken. Dennoch sind sie ein Nischenprodukt, und werden das wohl auch in Zukunft bleiben. Allerdings....


Fleisch, Obst, Gemüse, Eier oder Brot – Bio-Qualität ist beim Essen bereits fest in unseren Köpfen verankert. Und wie ist das beim Bier? Nahezu jede der aktuell 272 österreichischen Brauereien – 145 gewerbliche und 127 (Gast-)Haus-Brauereien – hat ein oder mehrere Sorten Bio-Bier im Sortiment. Und dennoch: „Bio-Bier ist definitiv ein Nischenprodukt“, so ist jedenfalls DI Reinhold Barta, Braumeister des Brauhaus Gusswerk, überzeugt. Eine Ansicht, die auch Mag. Jutta Kaufmann-Kerschbaum, die Geschäftsführerin des Brauereiverbandes, teilt: „Wir beobachten, dass das Angebot über die Jahre zwar mehr wird und sich dadurch die Vielfalt am Markt weiter vergrößert. Aber ich glaube nicht, dass der Marktanteil von Bio-Bier explodieren wird.“
Die Nachfrage sei zwar gegeben und nehme auch zu, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß wie in anderen Lebensmittelgruppen, so Barta. „Ich denke nicht, dass der Marktanteil von Bio-Bier auf viel mehr als zwei oder 2,5 Prozent steigen wird“, prophezeit der Braumeister, der seit 18 Jahren Bio-Bier braut. Und zwar rund 4.500 Hektoliter pro Jahr. Er gehe davon aus, dass zwar mehr Bio-Bier als glutenfreies Bier getrunken werde, „aber wiederum mehr alkoholfreies als Bio-Bier“. Wie hoch derzeit der Marktanteil von Bio-Bier sei, könne man nicht sagen, da er von der Statistik nicht extra ausgewiesen wird. „Aber gefühlt liegt er aktuell bei ein bis 1,5 Prozent“, schätzt Barta.

Lager/Märzen ist Nummer Eins. Beliebtestes Bier im Inland war nach den Angaben des Brauereivorbandes im Vorjahr das Lager/ Märzen Bier. Rund 5,4 Millionen Hekto-liter wurden davon getrunken, das bedeutet einen Marktanteil von 64 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen sonstige Vollbiere, von denen rund 1,3 Millionen Hektoliter die durstigen Kehlen hinunter geronnen sind sowie der Radler. Dieser hat mit rund 430.000 Hektolitern dennoch rund acht Prozent Marktanteil verloren, die größten Verluste erlitt mit einem Minus von 27 Prozent allerdings Leichtbier. Punkten konnten im Vorjahr auch die so genannten Kreativ-Biere, also Biere mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen beziehungsweise einer besonderen Herstellungsart: sie verzeichneten ein Plus von 1.144 Hektolitern oder 80 Prozent; ihr Anteil am österreichischen Markt beträgt aktuell 0,03 Prozent

Dieser Artikel erschien
April 2018. Vielleicht interessiert Sie auch: