Nicht für die Ewigkeit

Häuser wurden in unseren Breiten seit jeher so gebaut, dass sie besonders lange, am besten Jahrhunderte, genutzt werden können. Bis jetzt, denn nun wird angesichts vorübergehender Nutzungsformen der Ruf nach schnelleren, variableren Lösungen laut: Temporäres Bauen ist die Antwort.

Die Rede ist hier freilich nicht vom Klassiker des temporären Bauens, dem Zelt, sondern von modularen, flexiblen, schnell auf- und wieder abbaubaren und dennoch komfortabel bewohnbaren Gebäuden. DI Tobias Steiner, Bauphysiker beim IBO - Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH, schränkt den Gedanken des „Bauens für die Ewigkeit“ ein: „In der Regel gehen wir je nach Bauweise und Gebäude von gewissen Lebensdauern aus, 20 Jahre, 40 Jahre, 100 Jahre. Grundsätzlich ist also jede Bauform temporär. Neu sind jedoch Bauten, die von vorneherein nur für ein, zwei, vielleicht fünf Jahre ausgelegt sind.“
Die Begriffe „temporäres Bauen“ und „modulares Bauen“ seien aber jedenfalls zu trennen, wenngleich ein temporäres Gebäude auch modular errichtet werden könne. „Hier ist dann auch wieder abzuklären, ob es sich um ganze Baumodule wie etwa Boxen oder Container handelt oder ob die Konstruktion für sich schon aus modularen Elementen zusammengesetzt ist. Ich denke hier in Richtung 3D-Drucker, mit dem bereits ganze Gebäudeteile aus dem Drucker kommen und dann beispielsweise zusammengeklebt oder noch eleganter zusammengenäht werden können“, ergänzt Steiner.

Die Vorteile liegen auf der Hand

„Temporäre Bauten können Erleichterungen hinsichtlich der baurechtlichen Vorgaben mit sich bringen. Sie sind gut durchdacht und können ohne großen Aufwand erweitert, demontiert und abtransportiert werden“, fasst Steiner zusammen. Modulare Bauweisen hätten weiter den Vorteil, dass sie im Werk unter „Laborbedingungen“ gefertigt werden können. Dies garantiere eine hohe Genauigkeit, keine Wettereinflüsse während der Herstellung, die Module können bereits mit Technik bestückt werden und müssen lediglich auf der Baustelle noch zusammengefügt werden. Nachteile können in jedem Bauprojekt verborgen sein, seien aber jeweils individuell zu prüfen.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.