Gibt’s das auch bio?

Bio-Produkte finden sich in Privathaushalten, in Schulen, Restaurants, auf Märkten und mittlerweile in jedem Supermarkt. Das bioMagazin nahm Großküchen unter die Lupe und fand heraus, wie Kantinen in Firmen, Spitälern und Altersheimen, Schulbuffets und Uni-Mensen mit der Bio-Nachfrage umgehen.

Österreich ist laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirt-schaft unangefochtener Weltmeister in Sachen Bio-Landwirtschaft. Immerhin fast ein Fünftel der landwirtschaftlichen Betriebe setzt auf Bio-Qualität. Entsprechend hoch ist auch die Wert-schätzung in der Bevölkerung – auch beim Bio-Umsatz pro Kopf liegt Österreich im euro-päischen Spitzenfeld. Die letzten Jahre waren geprägt von einem ständigen Anstieg der Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln. Rund acht Prozent der gekauften Frischprodukte – ohne Backwaren – sind biologisch.  In Großküchen wird versucht, auf die Nachfrage entsprechend zu reagieren, was einem Balanceakt zwischen besonders hochwertiger (Bio-) Ware und Produkten im wirtschaftlich vertret-baren Rahmen gleichkommt. Was Privathaushalten zu denken geben sollte: Trotz des finanziellen Drucks, der in fast jeder Großküche herrscht, schaffen es doch die meisten, einen deutlich höheren Bio-Anteil zu verkochen als private Familien.

Eine Frage der Organisation

Im Krankenhausbereich werden tagtäglich unzählige Mahlzeiten zubereitet, die tausenderlei Geschmäcker treffen, aber gleichzeitig auch gesundheits-fördernd sein sollen. Was vor einigen Jahrzehnten noch schier unmöglich schien, bringen  die Großküchen in heimischen Spitälern heute durchaus zuwege. Trotz der gigantischen Lebens-mittelmengen, die hier verkocht werden, muss nicht auf hochwertige Bio-Kost verzichtet werden. Das ist alles eine Frage der Organisation und einer dezidierten Absichtserklärung, wie man hört.
Mit elf Spitälern, drei Geriatriezentren sowie acht Pflegewohnhäusern zählt der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) zu den größten Gesundheitseinrichtungen in Europa. Die Herausforderungen im Gesundheitswesen zeitgemäß zu meistern, bezieht sich allerdings nicht nur auf die medizinischen Leistungen, sondern auch auf alle anderen, die in den vielen Häusern anfallen – etwa in den Krankenhaus- und Pflegeheimküchen. Der verstärkte Ruf nach hochwertiger, oft biologischer Kost wurde auch im KAV gehört und man reagierte prompt.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.