Die Schätze der Kokosnuss

Wer eine Kokospalme besitzt, hat alles, was er zum Leben braucht, besagt ein indisches Sprichwort. Angesichts der zahlreichen gesundheitlichen Effekte und Nutzungsmöglichkeiten wird diese Sichtweise schnell verständlich. Wunder sind wohl eher keine zu erwarten, Genuss  und Wohltat aber ganz sicher.

Schade eigentlich, dass Kokospalmen in unseren Breiten nicht wachsen, denn der Ruf nach den unzähligen Kokosprodukten wird allerorts zunehmend lauter. Glücklicherweise wächst die Kokospalme, die für uns Europäer regelrecht als Symbol für tropische Urlaubsfreuden gilt, verbreitet in den feuchtwarmen Tropen. Sie ist zwar frostempfindlich und benötigt generell viel Wärme, wächst aber sogar mit leicht salzigem Wasser, am besten auf sandigem Lehm an Küstenlinien.
Kokospalmen werden im Schnitt 20 bis 25 Meter hoch. Obwohl sie nicht verzweigt sind, ist ihre Konstruktion so stabil, dass sie sogar tropischen Stürmen trotzen – nur Orkane machen den bis zu 120 Jahre alten Bäumen den Garaus. Eine ausgewachsene Palme kann jährlich 30 bis 40 reife Früchte liefern, in manchen Regionen sogar bis zu 150. Geerntet werden die Früchte – eigentlich Steinfrüchte und keine Nüsse – mit an langen Stielen befestigten Mes-sern, durch gefährliches Hochklettern oder wie in Südostasien mithilfe dressierter Affen. Hauptanbaugebiete sind Indonesien, Philippinen, Indien, Brasilien und Sri Lanka. Vielfältige Nutzbarkeit. Die Kokospalme ist nicht nur ein wertvoller Schatz der Natur, der immerhin acht Prozent des Weltpflanzenölbedarfs deckt, sondern so gut wie alle Pflanzenteile sind gut nutzbar. Seit Jahrtausenden werden Früchte und Milch gegessen bzw. getrunken, die Schalen als Brennmaterial, die Blätter als Dachbedeckung, der Stamm für die Holzverar-beitung und die Fasern zum Flechten verwendet. In den vergangenen Jahren kamen jedoch noch eine ganze Reihe von zusätzlichen Nutzungsarten dazu. So werden etwa die Schalen und Fasern  der Nussschalen vermahlen, mit Dünger versetzt und in Blöcke gepresst. Die sogenannten Cocobricks quellen bei Wasserzugabe auf und dienen so als natürliches Pflanzsubstrat.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.