SERIE: Natürliche Alleskönner

Lebenskünstler Sanddorn

Der Sanddorn stellt wenig Ansprüche an seine Umgebung und wird dennoch als teurer Rohstoff gehandelt, denn die Ernte ist aufwendig und den ersten Ertrag gibt es erst rund sechs Jahre nach dem Anbau. Als Nischenprodukt gewinnt er in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie immer mehr an Bedeutung.

Sanddorn zählt zu den wahren Lebenskünstlern unter den Pflanzen, denn das Gehölz – auch Sandbeere, Dünendorn oder Stranddorn genannt – kann auf purem Sand oder Schotter wachsen, hält Hitze genauso aus wie Frost und enthält zudem noch mehr Vitamin C als jede Zitrone. Warum das alles geht? Weil der Sanddorn eine unterirdische Lebensgemeinschaft mit Strahlenpilzen eingeht, die Stickstoff ansammeln und so für „regelmäßiges Düngen“ sorgen. Die Wurzeln reichen dabei tief in die Erde, sodass der Sanddorn auch bei ungünstigen Bodenverhältnissen seine Standfestigkeit bewahrt.
Wer Sanddorn im eigenen Garten pflanzen will und auf gute Beerenernte hofft, braucht auf jeden Fall zwei Stück davon – denn die männlichen und weiblichen Blüten wachsen auf zwei unterschiedlichen Pflanzen. Sanddorn wächst als Strauch, wird etwa drei bis sechs Meter hoch und blüht im April. Die Früchte reifen je nach Sorte im August und September, sind orange-rot und rund und sehr saftig. Sie bleiben sehr lange am Strauch, sodass er auch in der kühleren Jahreszeit noch für bunte Farbtupfer im Garten sorgt. Die Kehrseite bedeutet aber, dass die Früchte aufwendig zu ernten sind, denn sie können nur mit großer Mühe von den Zweigen gelöst werden. Die Ernte erfolgt durch das Zurückschneiden der Sträucher, die spitze Dornen aufweisen. Zudem platzen die Früchte sehr leicht auf, da sie nur mit einer dünnen Haut überzogen sind. Daher werden die Äste schockgefrostet, danach lassen sich die Beeren gut lösen. Nach der Ernte müssen die Früchte rasch verwertet werden, damit die wertvollen Inhaltsstoffe – Farb- und Aromastoffe in den Schalen der Früchte – erhalten bleiben.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.