Das letzte Kapitel

Wer sich für den Konsum von Fleisch entscheidet, nimmt die Tötung der Tiere in Kauf, selbst wenn diese vorher artgerecht gehalten wurden.

Spätestens seit im Jahr 2015 „Schweineleaks“ auf die unwürdigen Zustände in hei-mischen Schlachthöfen aufmerksam gemacht hat, poppt das Thema des ethisch korrekten Fleischkaufes in Österreich immer wieder auf. Im Mittelpunkt steht aber meist jene emotional offensichtlich weniger kritische Phase, in der die Tiere noch am Leben sind –  die Aufzucht, die Haltung und der Transport. Namhafte Betriebe haben sich neben dem Umweltschutz daher auch der artgerechten Tierhaltung verschrieben und das Tierwohl in einer „Animal Welfare Policy“ festgelegt. Durchaus löbliche Ziele sind hier zu Papier gebracht, die eigentlich längst selbstverständlich sein sollten: Tiere dürfen nicht an Hunger oder Durst leiden und sollen in einem angemessenen Lebensumfeld mit ausreichend Platz und medizinischer Versorgung ein glückliches Dasein fristen. Doch wer dann in letzter Konsequenz weiterdenkt – und dieser Passus ist kaum in einer der engagierten Absichtserklärungen  zu lesen –, kommt zu dem unausweichlichen Punkt, dass Fleisch nur gegessen werden kann, wenn Tiere schließlich dafür ihr Leben lassen. Die „Todesangst“ ist eine der Urängste der Menschen und wohl auch der Grund, warum man sich ungern mit diesem Thema befasst, weder bei Menschen noch bei Tieren. Veganer und Vegetarier machen es sich hier „leicht“ und verzichten gleich auf den Genuss tierischer Produkte, die Menge der „Allesfresser“ geht dem Thema hingegen aus dem Weg, indem sie vorgefertigte, verpackte Teile im Supermarkt kauft oder – zwecks Beruhigung des Gewissens – das Fleisch vom Biobauern holt. Am Ende ist das Ergebnis gleich: Ein Tier stirbt, und zwar nicht an einem natürlichen Tod.

Glücklich schlachten?

Einer, der sich mit diesem Thema dennoch intensiv ausein-andersetzt, ist etwa Manfred Huber, Geschäftsführer von Sonnberg Biofleisch (www.biofleisch.biz)  in der Bio-Region Mühlviertel. Hier wird zu 100 Prozent Fleisch von Tieren aus österreichischer Bio-Landwirtschaft verarbeitet. Respekt vor dem Tier als Lebewesen und nicht als Produktionsmittel gehört zur Überzeugung von Huber.

Dieser Artikel erschien
2016-2015.